Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Lara Attinger
Wenn Lehrer sich in pantomimischen Darstellungen üben und Schüler mit Wasserballons werfen, kann das nur eines bedeuten: Der Maturstreich ist wieder im Gange.
Der Kampf um diesen Anlass schien gestern vergessen, nachdem die Schulleitung schon die Verkleidungswoche – wenn auch in abgeschwächter Form – bewilligt hatte. «Damit sie uns nicht dazwischenfunken, haben wir den Lehrern aber nur das Nötigste von unseren Plänen verraten», sagen Robin Staufer und Christian Thüring vom Organisationskomitee.
Am Morgen haben die im «Biedermeierstil» gekleideten Abschlussklassen die Schulzimmer gestürmt. «Einige Klassen waren gerade eine Prüfung am Schreiben», lacht Staufer.
**Cortège durch die Altstadt**
Mit ihrer Aufmachung wollten die Schulabgänger zurück zu den Anfängen des Maturstreichs, als die Maturanden lediglich in festlicher Kleidung einen Umzug veranstalteten.Während die Schüler und Lehrer sich auf der Munotzinne versammelten, liefen die Abschlussklassen durch die Altstadt. Nur die nominierten «goldenen Erstklässler» durften die Maturandinnen und Maturanden an ihrer Cortège begleiten. Ihnen wurde der Begriff «Gmües» – der Ausdruck für Erstklässler- auf die Wangen gestempelt, zudem mussten sie «Chindsgi-Streifen» tragen und mit Unterstützung der Schulabgänger Lieder singen. Als die auffällige Gesellschaft auf dem Munot eintraf, wurden verschiedene Aktivitäten wie zum Beispiel ein improvisiertes Theater von den Lehrern und die Wahl des goldigen Erstklässlers durchgeführt. Das Highlight der Veranstaltung war das Spiel «Extreme Activity»: Ein Schüler musste Lieder gurgeln, einer Wörter erklären, während er mit Wasserballons beworfen wurde, und jemand musste auf Skiern und mit Baseballhandschuhen an den Händen Begriffe vorzeigen. Als einige Lehrer im Rahmen dieses Spiels auf die Bühne mussten, war Rektor Urs Saxer, der den Maturstreich ursprünglich verbieten wollte, eifrig dabei und hat zusammen mit Ralph Tanner pantomimische Darstellungen aufgeführt.
Der Regen konnte die Laune der Kantonsschüler kaum dämpfen. «Unser Schlechtwetterprogramm war: Schirme mitzubringen», sagt Christian Thüring.