DRS 2
100 Sekunden Wissen
Katharina Bochsler
**Rohrschach-Test**
Hermann Rorschach war Psychiater im psychiatrischen Zentrum in Herisau und Entwickler des legendären, doch heute kaum noch angewendeten Rorschach-Tests.
Hören: Rohrschach-Test (Website Radio DRS)
Schweizerische Ärztezeitung, 2008; 15
Iris Blum
**Olga und Hermann Rorschach im Appenzellerland**
Iris Blum ist wissenschaftliche Archivarin im Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden und Projektleiterin der Rorschach-Ausstellung, Mitherausgeberin der Rorschach-Publikation und Autorin des Theaterstückes «Herr Rorschach – ein assoziatives Testspiel in 10 Bildern».
PDF Museumsbericht in der Schweizerischen Ärztezeitung (957 KB)
Sonderausstellung vom 25. April bis 21. Dezember 2008
Museum Herisau
**Komplexe Kleckse – Der Rorschach-Test zwischen Wissenschaft und Magie**
Die Rorschach-Tafeln mit ihren rätselhaften Formen wurden weltberühmt. Von Singapur bis Herisau kennt man die Kleckse, die an Fledermäuse oder Schmetterlinge erinnern. Wie funktioniert das psychologische Testverfahren? Und wer ist der Schöpfer dieser visuell so anregenden Tintenkleckse?
Die Ausstellung rückt Leben und Werk von Hermann Rorschach (1884-1922) ins Zentrum. Sie zeigt den Erfinder des Tests als Studenten, Russland-Fan, Assistenzarzt, Ehemann, Familienvater, Zeichner, Bastler, Theatermann und Forscher – mit bisher noch nie ausgestellten Objekten. Letzte Station des jung verstorbenen Psychiaters war die Oberarztstelle in der Appenzell-Ausserrhodischen Heil- und Pflegeanstalt Herisau.
Der erste Eindruck der Rorschach-Kleckse als zufällig und schnell hingeworfene Tolggen täuscht – Rorschach suchte lange nach überzeugenden Faltbildern: Der talentierte Mediziner tauschte sich rege mit der Elite der Schweizerischen Psychiatrie aus und testete seine Tafeln über Jahre hinweg an Patientinnen, Patienten und Pflegepersonal, bis er 1921 mit dem Tafelset und der «Psychodiagnostik» an die Öffentlichkeit trat.
Auch wenn das Testverfahren in Europa heute kaum mehr angewandt wird, lauert Rorschach überall. Beinahe magisch angezogen werden Künstlerinnen und Künstler – sie lassen sich von den symmetrischen Tafeln bis heute nachhaltig inspirieren. Einer davon ist der bildende Künstler Rolf Graf. Er zeigt exklusiv ein für diese Ausstellung geschaffenes Werk.
Auch von Kommerz und Trivialität bleiben die Rorschach-Tafeln nicht verschont. So finden die Tintenkleckse bis heute Eingang in Film, Comic, Videoclip und Homemovies. Selbst Boxer-Shorts, Kaffeetassen und Mausmatten aus Amerika sind mit populären Rorschach-Schmetterlingen verziert und stellen den Betrachtenden vor die entscheidende Frage: «What might this be?»
Begleitpublikation: Olga und Hermann Rorschach – Ein ungewöhnliches Psychiater-Ehepaar. Herausgegeben von Iris Blum und Peter Witschi. Erscheint am 24. April 2008.
LinkAppenzeller Verlag
Website Museum Herisau, Sonderausstellung Hermann Rorschach
PDF Bericht der Appenzeller Zeitung von der Eröffnung der Ausstellung (135 KB)
PDF Referat von Iris Blum bei der Ärztegesellschaft AR (35 KB)