Schaffhauser Nachrichten, Region
Adrian Schuhmacher
Suchtprävention wird an der Kantonsschule Schaffhausen schon seit mehreren Jahren betrieben. So wurden unter der Führung von Sportlehrer Boris Benziger früher Informationsveranstaltungen für die Lehrpersonen durchgeführt, und letztes Jahr zeigte ein Arzt der Forell-Klinik den Schülern die negativen Konsequenzen des Suchtmittelkonsums auf. Für gestern wurde im Rahmen des Aktionstages «Jugend und Suchtmittel» ein anderes Vorgehen gewählt. Um den rund 190 Erstklässlern einen gesundheits- und verantwortungsbewussten Umgang mit Suchtmitteln zu vermitteln, griff die Schule auf das andernorts bestens bewährte Beratungsangebot der Firma ckt GmbH zurück. Das unter dem Patronat des Schweizerischen Studentenvereins SchwStv. stehende Präventionsprogramm wird jährlich an rund 100 Berufsschulen und Gymnasien durchgeführt und findet bei den Zielgruppen grossen Anklang.
Für Rektor Urs Saxer ist klar: «Präventionsarbeit bringt nur etwas, wenn sie interaktiv angelegt ist, sprich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Erfahrungen aktiv miteinbezieht.» Dieser Forderung wurde die Veranstaltung gestern gerecht. Um alle Teilnehmer auf den gleichen Wissensstand zu bringen, informierte Beat Hardmeier, Oberarzt in Anästhesiologie am Spital Lachen/SZ, im Rahmen eines Referats zunächst über psychoaktive Substanzen und ihre Wirkungen. Danach durchliefen die Schüler vier Workshops, die jeweils an Wettbewerbe mit attraktiven Preisen gekoppelt waren. Eventmanager Marcel Mauerhofer zeigte den Jugendlichen Wege auf, wie man private Partys feiern kann, ohne dass diese in Alkoholexzesse ausarten müssen. «Mit ein Hauptgrund einer Party ist das Kennenlernen einer Person oder einer Personengruppe», sagt Mauerhofer. Sein Rezept ist denkbar einfach: Mit Hilfe einfacher Spiele kann ein Veranstalter seine Gäste untereinander in Gespräche verwickeln und sie dazu bringen persönliche Hemmschwellen abzubauen. «Wer nicht still in der Ecke sitzt und sich langweilt, der trinkt auch weniger.» Der Workshop der Fachstelle ASN zum Thema «Alkohol- und Drogenprävention im Strassenverkehr» zeigte mit Hilfe eines Echtauto-Fahrsimulators der neuesten Generation auf, wie gravierend sich Alkohol auf den individuellen Fahrstil auswirkt. In der Funky-Bar erhielten die Teilnehmer schliesslich Ideen für alkoholfreie Cocktails, die man Gästen, die mit dem Auto an die Party gekommen sind, anbieten kann. Peter Würsch von der IKM Guggenbühl AG erarbeitete mit den Schülern anhand von Beispielen zum Thema «Vom Genuss und seinen Schattenseiten» Massnahmen und Vorsätze aus, wie man allfälligen Suchtgefahren begegnen kann. Und André Duttli (Basler Versicherungen) führte den Jugendlichen in einem Referat mit anschliessender Gruppendiskussion die Folgen eines Unfalls vor Augen.