EBK begrüsst Marcel Ospels Abgang

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Michael Brunner

Es war ein Zufall, dass die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) just gestern ihre Jahresmedienkonferenz abhielt. Doch entsprechend stand die Situation bei der UBS mit den jüngsten riesigen Abschreibungen und dem Abgang von UBS-Chef Marcel Ospel im Vordergrund. Dabei sprach sich die EBK mit überraschend klaren Worten für Ospels Abgang aus, nachdem sie vor kurzem seinen Verbleib noch befürwortet hatte. «Wir begrüssen den Entscheid», sagte EBK-Direktor Daniel Zuberbühler gestern. «Man kann nicht ewig weiterfahren mit immer neuen Abschreibern und Rekapitalisierungen.»
Die Deutlichkeit der Worte lässt vermuten, dass die EBK Druck gemacht hat. EBK-Präsident Eugen Haltiner wollte solche Vermutungen weder bestätigen noch dementieren: «Wir haben eine Beurteilung vorgenommen und der Bank unsere Überlegungen mitgeteilt.» Er zeigte sich überzeugt, dass mit dem personellen Wechsel für die UBS eine Chance verbunden sei.
EBK weist Schuld von sich
Darüber hinaus war die EBK-Spitze sichtlich bemüht, die Situation bei der UBS nicht zu dramatisieren. Die Bank sei stabil, und es habe nie die Gefahr eines finanziellen Zusammenbruchs bestanden. Aber die Beschaffung von neuem Eigenkapital sei dennoch nötig gewesen. Mittelfristig will die EBK die Zielgrösse für den Anteil an Eigenkapital erhöhen. Jetzt in der Krise sei dies aber nicht möglich.
Ob der aktuellen Entwicklung rückte die Frage, welche Schuld die EBK daran trägt, dass auch die beiden Schweizer Grossbanken Opfer der Kreditkrise wurden, etwas in den Hintergrund. Immerhin ist die EBK dazu da, allen Schweizer Banken auf die Finger zu schauen. Die EBK sei wie alle anderen Aufsichtsorgane von der Kreditkrise überrascht worden, sagte Zuberbühler. Und als sie reagiert habe, sei es schon zu spät gewesen. Dass die UBS weltweit von der Kreditkrise am stärksten betroffen sei, könne man nicht der EBK anlasten. Immerhin sei die CS verhältnismässig glimpflich davongekommen. «Die EBK hat nicht besser und nicht schlechter agiert als ihre viel grösseren angelsächsischen Schwesterbehörden.» Die EBK sei aber stark von den Kontrollen der Banken abhängig.