Jungfreisinn schlägt Marcel Sonderegger als Kandidat für das Stadtpräsidium vor

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Im Kampf um das Stadtpräsidium wartet man noch immer auf Kandidaten aus den Reihen der FDP. Derweil wollen die Jungfreisinnigen, der Nachwuchs der FDP, aber nicht mehr auf die Findungskommission warten. Nachdem erst kürzlich angedroht wurde, einen eigenen Kandidaten vorzuschlagen, macht die Jungpartei jetzt Ernst: Der Vorstand der Jungfreisinnigen will gemäss gestern versandter Mitteilung mit Marcel Sonderegger in den Wahlkampf ziehen.

**Familienvater und Unternehmer**
Der 40-jährige Schaffhauser ist seit 2002 im Vorstand der Stadt-FDP mit dabei. Sonderegger hat an der ETH Lausanne, in den USA und Spanien studiert. Seinen Ingenieursabschluss mit Doktortitel erwarb er sich an der Universität Tokio. Der verheiratete Vater zweier Kinder (8 und 10 Jahre) ist Gründer und Inhaber eines Ingenieurbüros in Schaffhausen, das lokal im Bereich von Glasvordächern, international auf dem Spezialmaschinensektor für die medizinische Industrie tätig ist. Ausserdem war er bis 2004 an der ETH Lausanne als Dozent angestellt, diese Tätigkeit führt er heute an der Hochschule für Wirtschaft Zürich fort.

**«Jung und doch erfahren»**
Wie der Vorstand der Jungfreisinnigen mitteilt, sei man der Meinung, dass eine Kandidatur aus den Reihen der Jungfreisinnigen nicht in Frage komme. Mit Sondergger habe man aber einen Kandidaten gefunden, der «alle Kriterien auf sich vereint, die ein Stadtpräsident erfüllen muss»: So vertrete Sonderegger «freisinniges Gedankengut», habe unter anderem einen privatwirtschaftlichen Hintergrund und Führungserfahrung. Fazit: «Jung und doch erfahren» sei der Kandidat, der «in Rekordzeit» gefunden wurde.
Zuerst wird Marcel Sondergger ,sich nun den jungfreisinnigen Parteimitgliedern anlässlich der ausserordentlichen Versammlung vom 6. März stellen müssen. Stimmen die Jungfreissinnigen dem Vorstandvorschlag zu, soll Sonderegger der Nominationsversammlung der FDP vom 10. April als Kandidat für die Nachfolge von Marcel Wenger empfohlen werden.

08.03.08
Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Edlin

**Marcel Sonderegger bleibt im Rennen**

*Die Jungfreisinnigen halten an ihrer eigenen Nomination für den FDP-Stadtpräsidentschaftskandidaten fest.*

Einstimmig ist eine ausserordentliche Parteiversammlung der Jungfreisinnigen der Stadt Schaffhausen (JFSH) ihrem Vorstand gefolgt: Der FDP-Nominierungsversammlung vom 10. April wird die Kandidatur von Dr. ing. Marcel Sonderegger als Nachfolger für den im Herbst nicht mehr zur Wahl antretenden Stadtpräsidenten Marcel Wenger (FDP) beantragt. «Damit bieten wir eine echte und glaubwürdige Alternative zu Urs Hunziker, dem Kandidaten der Findungskommission und des FDP-Vorstandes», betonte JFSH-Präsident Fabian Käslin vor den Medienvertretern.

**Jung, dynamisch, lebenserfahren**
Diese Kandidatur sei aus einer bei der FDP «weit über die Jungfreisinnigen hinaus feststellbaren Unzufriedenheit» erwachsen, und zwar sowohl über die Arbeit der parteiinternen Findungskommission wie auch über den während der letzten vier Jahre verschlafenen Aufbau einer Persönlichkeit, welche «liberales Gedankengut vertritt und Strahlkraft über die FDP hinaus besitzt». Mit 40 Jahren jung, dynamisch, lebenserfahren, mit eindrücklichem Leistungsausweis und ideenreich: So präsentierte sich Marcel Sonderegger den Medienvertretern. Der verheiratete Vater zweier Kinder hat nach seinem Ingenieur-Studium an der ETH Lausanne, an der Universität von Tokio (wo er doktorierte), in den USA und in Spanien in seiner Vaterstadt Schaffhausen die Sonderegger Engineering AG aufgebaut, die einerseits international Spezialmaschinen für die medizintechnische Industrie entwickelt und andererseits Glasvordächer verkauft.
Die unternehmerische Führungserfahrung und der privatwirtschaftliehe Hintergrund als KMU-Besitzer, aber auch «der Wille und der Mut zu neuen Wegen und Ideen – neuer Kopf, nicht alter Zopf» werden von den Jungfreisinnigen zu den ausschlaggebenden Vorzügen von MarcelSondereggerfürs Stadtpräsidium gezählt.

**Sogar originelle Ideen vorhanden**
Politische Erfahrungen – ausser im Vorstand der FDP der Stadt Schaffhausen – fehlen allerdings Marcel Sonderegger in seiner Palmares. In einem Zehn-Punkte-Programm versucht er immerhin, etwas politisches Profil zu gewinnen: KMU- und gewerbeorientierte Wirtschaftspolitik, Steuersenkungen, mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt, Entkrampfung des Verhältnisses Stadt-Kanton und was sonst noch in vielen bürgerlichen Parteiprogrammen zu finden ist.
Sogar originelle Ideen sind vorhanden: Verpachten des städtischen Rebberges am Munot (die Stadt kauft dann nur noch so viele Flaschen Wein zurück, wie sie effektiv braucht), Vermietung der Flachdächer von Liegenschaften in städtischem Besitz für die Erstellung von Solaranlagen oder die Beschränkung des Lohnes des Stadtpräsidenten auf 195000 Franken, wobei die dadurch frei werdenden Mittel in einen Fonds für die Förderung von Jungunternehmern fliessen würden.

Marcel Sonderegger, vorgestellt vom Präsidenten der Jungfreisinnigen, Fabian Käslin (l.) und Vorstandsmitglied Andreas Hauser (r.).
Bild: Martin Edlin