Die Sütterlin-Schrift als Knackpunkt bei Urkunden

Schaffhauser Nachrichten, Region
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«Wir betrachten den heutigen Tag als grosse Chance, die Bevölkerung über unsere Tätigkeiten zu informieren», erklärte Staatsarchivar Roland E. Hofer den Sinn und Zweck des Tags der offenen Tür der Schweizer Archive. Dieser Archiv-Tag findet alle fünf Jahre statt, und in Schaffhausen beteiligte sich neben dem Staatsarchiv auch das Stadtarchiv. Der Schwerpunkt der Präsentation lag laut Hofer dieses Jahr in der Ausstellung von Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Informationen zur Familienforschung und zu Vereins- und Verbandsarchiven. «Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Vereine bei uns ihre Archiv hinterlegen», erklärt Hofer eine der vielen Dienstleistungen des Staatsarchivs.

Stadt: Audiovisueller Schwerpunkt
Das Stadtarchiv Schaffhausen hingegen legte den Fokus auf das Thema der audiovisuellen Quellen und präsentierte einen Einblick in die Foto- und Filmsammlung sowie in die Bearbeitung und Erschliessung von Bild- und Tondokumenten. In einer neu eingerichteten Schaufenster-Ausstellung wurden Lithografien und Fotos mit Schaffhauser Ansichten von Jakob Nohl präsentiert. «Viele Leute, die das erste Mal – vielleicht zwecks Familienforschung – zu uns kommen, sind überrascht, dass die Urkunden und Dokumente nicht in der heutigen Schrift abgefasst sind», skizzierte Hofer ein immer wieder beobachtetes Archiv-Phänomen. Die so genannte Sütterlin-Schrift gilt unter diesen Kurrentschriften als besonderer Knackpunkt, ist jedoch lernbar. «Die Übersetzungsarbeit können wir aus Kapazitätsgründen den Besuchern nicht abnehmen, wir bieten jedoch Hilfestellung», skizzierte Staatsarchiv-Mitarbeiter Michael Bührer das gängige Vorgehen.

Nicht abschrecken lassen
Roland E. Hofer brachte abschliessend zum Ausdruck, dass sich Besucherinnen und Besucher von solchen Hürden nicht abschrecken lassen sollten. «Ich hoffe, der heutige Tag hat einige dazu angespornt, erneut zu uns zu kommen. Das Erfolgserlebnis, wenn jemand nach einiger Übung das Sütterlin plötzlich lesen kann, ist übrigens umso schöner.»