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Die schwarze Maid

Text

  1. Das Mädel aus dem ersten Stock im Haus mir grade gegenüber, das hatt’ ich längst schon heimlich gern, und Tag für Tag noch lieber. Sie sah so oft verstohlen zu und lauschte hinterm Flieder, bis endlich winkte ihre Hand, dass sie des Liedes Sinn verstand. Schwarze Maid, in deinem stillen Stübchen, komm zu mir und werde mein Feinsliebchen. [: Komm zu mir und sei mir lieb und treu, denn das Semester ist so schnell vorbei! :]
  2. Die Holde brannte endlich durch; ich brachte sie auf meine Bude. Das nächste Mal kam sie von selbst, jetzt ist sie meine Trude. Vorm Fenster steht ein Lindenbaum, die Laute hängt am Nagel, wir sitzen auf dem Kanapei und küssen nach der Melodei: Schwarze Maid, in deinem stillen Stübchen, küsse mich und bleibe mein Feinsliebchen. Küsse mich und sei mir lieb und treu, denn das Semester ist so schnell vorbei!
  3. Der weisse Flieder ist verblüht, Semesterklang hat ausgeklungen. Da hab’ ich meiner schwarzen Maid mein Lebewohl gesungen. Sie hielt mich nicht, sie weinte nicht, sie sah nur in die Ferne und winkte leise: gute Reise. Ich summt’ dazu die alte Weise: Schwarze Maid, in deinem stillen Stübchen, lebewohl und bleibe mein Feinsliebchen. Lebewohl, du Land der Poesei, ach, das Semester war so schnell vorbei!

Generationencantus

Dieser Cantus ist der Generationencantus der folgenden Generationen: