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Die Fahndung

Text

  1. Und wieder sprach der Rodenstein: «Pelzkappenschwerennot! Hans Schleunig, Stabstrompeter mein, bist untreu oder tot? Lebst noch? Lebst noch und hebst noch? Man g’spürt dich nirgends mehr … Schon naht die durst’ge Maiweinzeit, du musst mir wieder her!»
  2. Er ritt bis er gen Darmstadt kam, kein Fahnden war geglückt, da lacht er, als am «Schwarzen Lamm» durchs Fenster er geblickt: «Lebt noch, lebt noch und hebt noch! Doch frag mich keiner: wie? Wie kommt mein alter Flügelmann in solche Kompagnie?»
  3. In Züchten sass die Stammgastschar nach Rang und Würden dort, Dünnbier ihr Vespertrünklein war, es klang kein lautes Wort. «Sacht stets, sacht und bedacht stets, ist Lebens Hochgenuss!» so flüstert ein Revisor just zum Kreisamtphysikus.
  4. In dieser Schöppleinschlürfer Reih sass auch ein stiller Gast, und als es acht Uhr war vorbei, nahm er den Hut mit Hast: «Acht jetzt, acht jetzt, gut nacht jetzt! Einst war ich nicht so brav, doch ehrbar wandeln ist das best’, ich geh’ ins Bett und schlaf!»
  5. Der Rodenstein, in grimmem Zorn, hub grau’nhaft sich empor, dreimal stiess er ins Jägerhorn und blies mit Macht den Chor: «Raus da, raus da aus dem Haus da! Raus mit dem Deserteur! Der lahme, zahme Gast da drin gehört zum wilden Heer!»
  6. Da fasst den Gast ein Schreck und Graus, erst sank er tief ins Knie. Dann stürzt er einen Masskrug aus, schlug’s Fenster ein und schrie: «Naus da, naus da aus dem Haus da! O Horn und Sporn und Zorn! O Rodenstein, o Maienwein, noch bin ich nicht verlor’n, noch bin ich nicht verlor’n!»