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14. Dezember 2010 | Konkurrenz durch Importbiere

Schaffhauser Bock
Daniel Thüler

Für viele Aktionäre ist die Generalversammlung der Brauerei Falken AG eines der gesellschaftlichen Highlights des Jahres. Der obligate Ochsenmaulsalat, natürlich das Freibier, aber auch die Dichtkunst des Verwaltungsratspräsidenten Jürg Spahn und das gemeinsame Singen des «Schützenliesl» haben Kultstatus. Am vergangenen Freitag war es wieder so weit.

**Trend zum Detailhandel**
Doch bevor es zum gemütlichen Teil überging, standen die ordentlichen Traktanden an. Wie Jürg Spahn in seiner Ansprache sagte, sei die Brauindustrie weniger konjunkturabhängig als andere Branchen. «Allerdings hat sich in der Wirtschaftskrise und wegen des Rauchverbots in Restaurants der Trend der Verlagerung von der Gastronomie hin zum Detailhandel noch weiter beschleunigt – eine Entwicklung, die für die Brauereien wenig erfreulich ist, weil die Marge im Handel erheblich tiefer, der Konkurrenzdruck durch Billiganbieter jedoch ausgeprägter ist.» Der schweizerische Biermarkt sei im Braujahr 2009/2010 um 1,7 Prozent gewachsen, doch seien auch die Bierimporte um 7,5 Prozent auf 21,5 Prozent gestiegen. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum liege in der Schweiz bei 58,2 Liter, in den 60er-Jahren seien es noch 80 Liter gewesen. Zum Vergleich: in Tschechien seien es 160 Liter, in Deutschland 112 Liter, woran aber die Bayern 200 Liter pro Kopf und Jahr beisteuern würden. «Trotz Billigimporten, Rauchverbot und des im grenznahen Raum besonders spürbaren tiefen Euro-Kurses ist es der Brauerei Falken AG gelungen, die Konsumenten im Wortsinn bei der Stange zu halten», so Spahn. «Sie ist weiter gewachsen, sowohl beim Absatz der eigenen Bierproduktion als auch hinsichtlich Gesamtumsatz und Ertrag.» Der Trend zur Swissness – Falken konnte in allen Coop-Filialen der Deutschschweiz den neuen «Eidgenoss» platzieren – und das Wachstum insbesondere im Kanton Zürich trug dazu bei.
Der Jahresgewinn 2009/10 liegt mit 330 982 Franken leicht höher als im Vorjahr (312 354 Franken). Die Dividende beträgt wiederum 50 Franken. Sämtliche Geschäfte – vom Jahresbericht über die Entlastung des Verwaltungsrates bis hin zur Verwendung des Bilanzgewinnes – wurden von den Aktionären einstimmig genehmigt.

**Erste Frau in der Geschäftsleitung**
Spahn konnte auch bekannt geben, dass zum ersten Mal in der Firmengeschichte eine Frau in die Geschäftleitung gewählt wurde: Esther Stolz, die seit 2006 für Falken tätig ist und den Bereich Finanzen und Administration leitet. «Sie hat massgeblich zum Aufschwung der letzten Jahre beigetragen», sagt Spahn. «Insofern ist ihre Beförderung eine logische Konsequenz.

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11. Dezember 2010 | Falken wächst dank Qualität und Swissness

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Doris Kleck

Drei Fakten haben das vergangene Geschäftsjahr der Brauerei Falken AG besonders geprägt: das seit dem 1. Mai 2010 schweizweit geltende Rauchverbot, die ausländischen Billigimporte und der tiefe Europreis. Trotz dieser widrigen Umstände fiel der Rückblick von Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn an der Generalversammlung im Park Casino Schaffhausen positiv aus: «Unser Unternehmen entwickelt sich erfreulich. Wir haben besser gearbeitet als im Vorjahr», hielt Spahn in seiner Rede fest. Zwar hat der Marktanteil der ausländischen Biere in der Schweiz im letzten Jahr zugenommen, doch Spahn machte es geschickt: Er verglich den Marktanteil seiner Brauerei mit jenem der inländischen Konkurrenz. Und siehe da: Das Schaffhauser Unternehmen hat im Wettstreit der schweizerischen Markenbiere zugelegt und seinen Marktanteil vergrössert. Rechnet man die von Falken produzierten Biere, welche die Grossverteiler Migros (natürlich alkoholfrei) und Coop als Eigenmarken verkaufen, dazu, dann übertrifft die Brauerei Falken punkto Zuwachs den Gesamtmarkt – ebenfalls unter Einschluss der Importe. Die grossen Dominatoren im Schweizer Biermarkt sind mit einem Marktanteil von 70 Prozent weiterhin die beiden ausländischen Firmen Carlsberg und Heineken. Spahn erwähnte dabei auch die Schliessung der Brauerei Cardinal in Freiburg durch Carlsberg als bedauernswertes «Fin d’une époque», das eben bezeichnend sei für ein globalisiertes Unternehmen, welches die Gewinnmaximierung über regionale Interessen stellt. Das Gegenteil also zur Brauerei Falken, sagte doch Spahn auch: «Unsere Selbständigkeit ist ein gutes Verkaufsargument.»
Geschäftsleiter Markus Höfler präsentierte den 345 anwesenden Aktionärinnen und Aktionären das Geschäftsjahr en détail. Er verwies darauf, dass die Brauerei Falken als mittelständisches Unternehmen einen grossen Vorteil hat: Es kann rasch und flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren. So machte sich die Brauerei Falken den Trend zur Swissnes zunutze und lancierte dieses Jahr den «Eidgenoss», der erfolgreich in den Deutschschweizer Coop-Filialen platziert werden konnte. Überhaupt: Der Detailhandel gewann gegenüber der Gastronomie – nicht zuletzt wegen des Rauchverbots und des tiefen Eurokurses – für die Schaffhauser Brauerei an Bedeutung. Spahn bedauerte dies bereits in seiner Eintrittsrede insofern, als die Margen in der Gastronomie höher sind und der Konkurrenzdruck wegen des ausländischen Billigbiers im Detailhandel ausgeprägter ist. Das wichtige Absatzgebiet ist weiterhin der Schaffhauser Heimmarkt. Doch die Brauerei Falken legte auch im Wachstumsmarkt Zürich zu und konnte viele neue Absatzstellen finden. So trinkt man in Zürich zur besten Bratwurst der Stadt, beim «Vorderen Sternen» am Bellevue, seit dem Frühling Falkenbier. Die Aktionäre genehmigten den Geschäftsbericht und die Rechnung einstimmig. Der Jahresgewinn lag mit 330 982 Franken leicht höher als im Vorjahr. Die Dividende beträgt auch dieses Jahr 50 Franken. Doch wichtiger war gestern sowieso: Essen und Trinken – die wahre Dividende.

**Jürg P. Spahn Jahresrückblick in Versen – Ein Auszug**
Sagte doch der alte Schüle
Kurt in aller Kühle,
spannend sei der Spruch am Ende
und sicher nicht die Dividende
Den Eidgenossen auf der Spur
kam es im Sommer zum Schwur:
Qualität statt Bier mit Macken
schwörte man in Interlaken
und holte dazu schnell den guten alten Tell,
einen dieser Eidgenossen,
die noch mit der Armbrust schossen.
Und man war sich rasch im Klaren:
Frei sein, wie die Väter waren!
Stolz die Freiheit zelebrieren:
Frei sein! Frei von fremden Bieren!
Für die alten Eidgenossen
sind in Bundesbern die Possen
der Bundesräte ein Kontrast,
der nicht zu ihnen passt.
Wenn im Bundesrat sie chären
und hinterher dann plärren,
hätten sie die besten Karten
sicher für den Kindergarten.
Und obwohl jetzt zwei gegangen,
hat es wieder angefangen,
denn leider war die Calmy-Rey
bei diesem Abgang nicht dabei.

**Esther Stolz Erste Frau in der Geschäftsleitung**
Premiere bei der Brauerei Falken: Esther Stolz wurde vom Verwaltungsrat als erste Frau überhaupt in die Geschäftsleitung gewählt, wie VR-Präsident Spahn gestern mitteilte. Stolz, in Stein am Rhein und Schaffhausen aufgewachsen, zeichnet für die Finanzen und die Administration verantwortlich. Durch Zufall kam sie 2006 zur Brauerei Falken – zunächst als Assistentin der Geschäftsleitung. Dass sie – wenn Not am Mann ist – auch mal Flaschen sortieren muss, stört Stolz nicht. Im Gegenteil, ihr gefällt die Nähe zu Produkt, Kunden und Mitarbeitern, wie das bei einem KMU eben üblich ist. (dk)

**Brauerei Falken AG Kennzahlen 2009/10**

in Mio. Franken 09/10 – 08/09

Nettoerlöse: 22,28 – 21,84
Jahresgewinn: 0,33 – 0,31
Umlaufvermögen: 6,39 – 5,96
Anlagevermögen: 11,83 – 11,77
Fremdkapital: 13,98 – 13,68
Eigenkapital: 4,24 – 4,05
Rückstellungen: 10 – 9,55
Flüssige Mittel: 0,412 – 0,37
Personalaufwand: 5,53 – 5,73
Dividende pro Aktie (in Fr.): 50 – 50


Wo Schaffhausen sich trifft: Die Falken-GV ist auch ein gesellschaftlicher Anlass und alles andere als bierernst.
Bilder Selwyn Hoffmann

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7. Dezember 2010 | «Scaphusia-Preis» zum 4. Mal verliehen

Schaffhauser Bock
Judith Klingenberg

Die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule mit Wettbewerben zu besonderen Leistungen in wissenschaftlichen oder künstlerischen Disziplinen anzuregen ist das Ziel der Stiftung Scaphusia. Gegründet wurde sie vor zehn Jahren mit dem Legat eines ehemaligen Altherrn der gleichnamigen Kantonsschulverbindung. Seither wurden ein Schreib-, ein Publicity- und ein Musikwettbewerb durchgeführt und in diesem Jahr wurde der Scaphusia-Preis im Rahmen eines Kurzfilmwettbewerbs zum Thema «weggeschaut» verliehen. Schön für die Teilnehmenden war: es gab nur Sieger. «Niemand soll leer ausgehen», sagte an der Preisverleihungsfeier Jury-Präsident Erich Bolli, pensionierter Deutschlehrer, zu den Jugendlichen. Diese hatten in zehn Gruppen elf Filme eingereicht, zehn wurden juriert. «Auch wenn sie technisch nicht perfekt sind, sind doch alle sehr sehenswert», so Bolli. Darum verteilte die Jury, der nebst Bolli Martin Wabel, Filmemacher und Kameramann beim Schaffhauser Fernsehen, und der Scaphusianer Frank Seiler, Grafiker, die Preis summe von 3000 Franken auf die zehn Teams. Den mit 1000 Franken dotierten ersten Preis bekamen Julia Müller, Pearl Nebah, Xenia Ritzmann, Valentin Fischer und Tobias Urech für ihren Film über eine unerwiderte Liebe. Auf den zweiten Rang (700 Franken) schafften es Jann Schwaninger, Florian Eggers und Silvio Knapp, sie thematisierten das Abdriften in der virtuellen Realität. Den dritten Platz (400 Franken) belegen Miriam Barner, Simone Stoll und Andreas Schori mit einem Beitrag über eine Beziehungskrise, die mit einer tödlichen Schlägerei endet. Zwei weitere Filme erhielten Förderpreise von je 200 Franken, die restlichen fünf Filme Anerkennungspreise von je 100 Franken.


Stiftungsratspräsident Alexander Wanner überreicht dem Team aus Tobias Urech, Valentin
Fischer, Xenia Ritzmann, Pearl Nebah und Julia Müller (v.r.) den ersten Preis.
Bild: Judith Klingenberg

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4. Dezember 2010 | Kurzfilme prämiert: Wegschauen zum Hinschauen

Schaffhauser Nachrichten, Region
(M. E.)

Nicht ganz so glamourös wie bei einer Oscar-Verleihung, aber ebenso enthusiastisch wurde die Verleihung des diesjährigen Scaphusia-Preises in der Kantonsschule begangen. Die Auszeichnung vergibt eine Stiftung, die das Legat eines Altherrn der Mittelschulverbindung mit dem Ziel verwaltet, Kanti-Schülerinnen und -Schüler zu besonderen Leistungen in wissenschaftlichen oder künstlerischen Disziplinen anzuregen. Nachdem seit 2003 ein Schreib-, ein Publicity- und ein Musikwettbewerb durchgeführt worden waren, ging es jetzt um den besten Kurzfilm zum vorgegebenen Thema «weggeschaut».
«Toll habt ihr es gemacht, mit Herzblut», attestierte Jury-Präsident Erich Bolli, pensionierter Kanti-Deutschlehrer, den Jungfilmerinnen und -filmern, die in zehn Gruppen elf Kurzfilme (zehn davon wurden juriert) von einer bis neun Minuten Dauer eingereicht hatten. Das Generallob war gerechtfertigt, wie die Reaktion des jugendlichen Publikums im voll besetzten Raum auf jeden der gezeigten Filme bewies. Dass hier eine Kameraeinstellung nicht ganz genau war, dort ein Schnitt daneben ging und (öfter) der Ton zu wünschen übrig liess, tat dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Erstaunlich ist der Einsatz der filmischen Mittel, fand auch Jury-Mitglied Martin Wabel, Filmemacher und Kameramann beim Schaffhauser Fernsehen. Und dass «augenfällig um den Themenbezug gerungen wurde» (Erich Bolli), spricht für die Ernsthaftigkeit, mit der hier zu Werk gegangen wurde. Am authentischsten waren jene Filme, die im Milieu der Jugendlichen ohne das gemimte Auftreten von Erwachsenen (Polizisten, Eltern oder Lehrer) spielten. Die Mehrheit der Arbeiten näherte sich dem Thema «weggeschaut» mit Bezug auf die Jugendgewalt, einmal auf die Misshandlung durch die eigene Mutter. Der bestprämierte Beitrag wich allerdings von diesem vordergründigen Aspekt ab. Xenia Ritzmann, Pearl Nebah, Julia Müller, Tobias Urech und Valentin Fischer erhielten den ersten, mit tausend Franken dotierten Preis für einen Kurzfilm, der das Wegschauen am Beispiel eines verliebten Mädchens thematisiert, das von ihrem Angebeteten in verletzender Weise nicht zur Kenntnis genommen wird, aber auch selbst die Augen vor dieser Realität verschliesst. Mit Wegschauen in der «Virtual Reality» setzt sich der von Jann Schwaninger, Florian Eggers und Silvio Knapp mit hohem technischem Aufwand gedrehte Kurzfilm im zweiten Rang (700 Franken) auseinander, und «Bronze» (400 Franken) erhielten Miriam Barner, Simone Stoll und Andreas Schori für eine Geschichte über eine tödliche Schlägerei mit der Schlusspointe, dass die scheinbar unbeteiligte Erzählerin selbst die Wegschauerin ist. Zwei weitere Beiträge erhielten Förderpreise in Höhe von zweihundert, die restlichen Filme Anerkennungspreise von je hundert Franken zugesprochen.

Das Schaffhauser Fernsehen zeigt am Dienstag, 14. Dezember, ab 18.30 Uhr die in den drei ersten Rängen mit dem Scaphusia-Preis ausgezeichneten Kurzfilme.


Stiftungsratspräsident Alexander Wanner (rechts) übergibt den ersten Preis an (v.l.n.r.): Julia Müller, Pearl Nebah, Valentin Fischer, Xenia Ritzmann und Tobias Urech.
Bild Selwyn Hoffmann

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29. November 2010 | Erst die Kunst, dann der Genuss

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Martin Edlin

«Model waren Medien, die den Menschen Botschaften vermittelten, Botschaften, die mit Augen und Gaumen erfahrbar waren.» Hans Peter Widmer, der dies sagt, ist ausgewiesener Fachmann für jene Model aus Ton oder Holz, mit denen Gebäck verziert wurde und bis heute wird. Schaffhausen gehörte zu den Hochburgen ihrer Herstellung. Bereits 1999 hatte das Museum zu Allerheiligen eine Ausstellung den historischen Tonmodeln aus der Bossierer-Werkstatt Stüdlin in Lohn gewidmet. Jetzt gibt eine Sonderschau den Blick frei auf Model aus Holz aus fünf Jahrhunderten, Kostbarkeiten aus den Beständen der kulturhistorischen Abteilung, ergänzt mit Stücken aus Privatsammlungen.

**Der Meister macht es vor**
Mag sein, dass die vielen Vernissage-Besucherinnen und -Besucher am gestrigen Sonntag mehrheitlich dem Lager der aktiven Guezler angehören und ihr Interesse vor allem dem Formen und Backen galt. Jedenfalls war Zuckerbäcker Tobias Ermatinger, der den Gebrauch der Model souverän demonstrierte und gute Tipps gab, ein umlagerter Mann. Nicht dazu gehörte Stadtpräsident Thomas Feurer, der freimütig bekannte, er habe «keine Ahnung vom Backen». Und dennoch, so schwärmte er bei seiner Begrüssung des Vernissagepublikums, würden ihn diese kunsthandwerklichen Backformen berühren. Nicht nur die Objekte des Bemühens, «schön zu machen, was man isst», nicht nur die in Holz geschnitzten Darstellungen mit den vielen, zum Teil versteckten Details, auch nicht nur «die Machart, die unglaubliche Präzision und die auf diese Weise verewigten liebevollen Erklärungen des Lebens» beeindruckten ihn, sondern ebenso die in den Motiven zum Ausdruck kommende Freude, Freude, die sich aufs Backen und dann auf den Genuss des Gebäcks überträgt.

**Zeitzeugen**
Nun sind Model nicht einfach Zeugnisse eines bis heute florieren- den und hochstehenden Handwerks, sondern – da sie zu den repräsentativen Gebrauchsgegenständen in der Küche gehörten – ebenso Zeitzeugen und widerspiegeln mit ihren Motiven eine eigentliche Kulturgeschichte. Denn im Gegensatz zu heute, da wir mit Modeln verziertes Gebäck fast nur noch zur Weihnachtszeit kennen, wurde es bis ins 17. und 18. Jahrhundert zu allen kirchlichen, weltlichen und privaten Festen hergestellt. So zeigen die Darstellungen im sakralen Bereich biblische Szenen (Widmer: «Die ganze Bibel zum Aufessen») oder, weltlich, Wappen, obrigkeitliche Hoheitszeichen, Pflanzen und Tiere oder Alltagsmomente…, kurz, die ganze Palette dessen, was Menschen ihrer Zeit beschäftigte. Einzelne Model können bestimmten Kunsthandwerkern und ihren Werkstätten zugeordnet werden, zum Beispiel Goldschmieden, die sich im 16. und 17. Jahrhundert in Schaffhausen niedergelassen hatten. Oder ein Model mit den Wappen des Schaffhausers Werner Abegg (um 1540) erinnert plastisch an die Geschichte dieses Söldner-Abenteurers und erfolgreichen Militär-Haudegens.

**Abschluss der Sanierung**
Die Holzmodel-Ausstellung ist noch in anderer Hinsicht das Tüpfelchen auf dem i: Sie ist als erste Schau im Sammlungskabinett des Museums zu Allerheiligen untergebracht, einem Raum, der jetzt als Letzter im Rahmen der Erneuerung der kulturhistorischen Abteilung von Allerheiligen saniert wurde. Hier sollen, wie Daniel Grütter als Kurator dieser Abteilung erklärte, künftig kleinere Ausstellungen zu Spezialitäten der Schaffhauser Vergangenheit gezeigt werden. Die Ausstellung «Süsse Bilder für Augen und Magen» mit mehreren Begleitveranstaltungen dauert zwar noch bis zum 27. März des kommenden Jahres, passt aber wohl besonders gut zur (Advents-) «Zeit, in der man sich Zeit nehmen sollte», wie Stadtpräsident Thomas Feurer in einem «Plädoyer für die Langsamkeit» meinte. Die Lust am Guezeln gehört für ihn, den erklärten Back-Abstinenten, offensichtlich dazu.

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16. November 2010 | Ausländisches Dosenbier legt zu

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

Der Biermarkt wuchs im Braujahr 2009/2010 (per Ende September) um 1,7 Prozent auf 4,56 Millionen Hektoliter, wie der Schweizer Brauerei-Verband gestern bekannt gab. Die Bierimporte legten dabei um 7,1 Prozent zu, während der Ausstoss der in der Schweiz beheimateten Brauereien nur 0,3 Prozent über dem Vorjahr liegt. Der Marktanteil des importierten Biers beträgt 21,5 Prozent. «Die Hauptleidtragenden des wachsenden Marktanteils von Importbieren sind die mittelgrossen Brauereien», sagt Marcel Kreber, Direktor des Brauerei-Verbands. Auch die grossen Hersteller, die im Besitz internationaler Konzerne sind, würden Bier in der Schweiz brauen. Die Schweizer Brauereien und der Brauerei-Verband versuchen nun verstärkt, die Vielfalt der Schweizer Biere – es sind rund 300 Marken – hervorzuheben. Der Druck ist gross: Mit 48 Prozent kommt etwa die Hälfte des importierten Bieres aus Deutschland. 17,3 Prozent der Importe kommen aus Frankreich. Besonders der Detailhandel verkaufe viel Importbier, das die Konsumenten auch gerne aus Dosen trinken, stellt der Branchenverband fest. Nicht nur die Folgen der Rezession liessen Bierkonsumenten eher zum günstigeren Dosenbier greifen. Wegen des Rauchverbots werde Bier auch nicht mehr so häufig in Restaurants getrunken.

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5. November 2010 | Gönner und Zugewandte der Kantonsschule Schaffhausen

Bulletin der Kantonsschule Schaffhausen, Nr. 33
Alessio Procopio v/o Azzurro

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstanden nach dem Vorbild von Studentenverbindungen in der ganzen Schweiz Mittelschulverbindungen. Die Mitglieder kennzeichnen sich durch das Tragen der Verbindungsfarben, im Falle der Scaphusia! blau-weiss-blau, und durch das Verwenden eines «Cerevis», eines Rufnamens, dessen Verleihung den Beginn eines neuen Lebensabschnitts symbolisiert.
Die Scaphusia! ist eine der ältesten Mittelschulverbindungen der Schweiz. Gegründet 1858, kann sie auf eine lange und reiche Geschichte zurückblicken und findet bis heute ihre Mitglieder. Sie war stets ein fester Bestandteil der Kantonsschule, auch wenn das Verhältnis nicht immer ohne Spannungen war. Zwei Mal wurde die Scaphusia! von der Schule suspendiert. Umso mehr wissen die heute aktiven Scaphusianer das gute Verhältnis zur Schulleitung zu schätzen.
Die Aktivitas setzt sich heute aus fünf Kantonsschülern verschiedener Klassen zusammen. Dazu kommen drei Maturanden. Dieser Kreis ist im historischen Vergleich eher klein, aber wir haben guten Grund zur Annahme, dass dieser Kreis bald wachsen wird.
Unter Aktivitas versteht man die Scaphusianer, die noch die Kantonsschule besuchen. Sie wählen aus den eigenen Reihen einen Vorstand, der für die Organisation der Anlässe, für die Kassenführung und für das Gewinnen neuer Mitglieder zuständig ist. Der Vorstand setzt sich heute zusammen aus:
Leo Häggi v/o Simba (Präsident): Sein Hobby ist die Knabenmusik.
Alessio Procopio v/o Azzurro (Aktuar): Sein Hobby ist die Fischerei.
Tobias Sulzberger v/o Quell (Quästor): Im Rahmen der Maturité bilingue absolvierte er im vergangenen Schuljahr einen Austausch in Lausanne.
Die Aktiven sind der Garant für das Fortbestehen der Verbindung und haben eine grosse Verantwortung zu tragen. Der Präsident stellt das Quartalsprogramm zusammen, das auch für künftige Scaphusianer, sogenannte Spefuxen, sowie auch für die «Alten Herren» möglichst attraktiv sein muss. Der Aktuar koordiniert die Spefuxenwerbung, die den Nachwuchs der Schaphusia! sicherstellen soll. Der Quästor stellt die Quoten (Rechnungen) aus, nicht nur für die Aktiven, sondern auch für die Altherrenschaft. Die Gesamtheit der Burschen und Fuxen hauchen den Anlässen Leben ein.
Zusammen mit «Alten Herren», ehemaligen Kantonsschülern, die der Verbindung ein Leben lang angehören, trifft sich die Aktivitas jeden Samstag in der «Bude» im Restaurant Falken zu einem geselligen
Abend. Am Ablauf zeigt sich die Bedeutung der Devise der Scaphusia! «litteris et amicitiae» (der Wissenschaft und Freundschaft gewidmet):
Der erste Teil dient der wissenschaftlichen oder kulturellen Horizonterweiterung. Konkret handelt es sich dabei vor allem um Vorträge oder Museums- und Theaterbesuche. Hier können wir auf den reichen Wissens- und Erfahrungsschatz der «Alten Herren» zurückgreifen: Viele nehmen gerne die Gelegenheit wahr, anderen Scaphusianern aus ihrem Berufs- oder Studiengebiet ein besonders spannendes Thema näherzubringen.
In jüngster Vergangenheit begeisterte zum Beispiel Eugen Haltiner v/o Chanel mit einem öffentlichen Vortrag über seine Arbeit als Präsident der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, weitere Höhepunkte waren der Besuch des Theaters «Stuffed Puppet Theatre» in der Kammgarn sowie die Führung durch das Landesmuseum von unserem Farbenbruder Felix Schwank v/o Schärbe.
Auch in naher Zukunft erwarten uns spannende Anlässe wie der Vortrag des Kantonsschullehrers Martin Ramsauer über Myanmar (ehemals Burma). Geplant sind auch verschiedene Stämme auf dem Weidling der Scaphusia! sowie ein Weidlingskurs für Spefuxen. Zudem sind wir im Sommer traditionellerweise zu Gast an den Munotbällen.
Der zweite Teil eines Abends in der Scaphusia! ist der Geselligkeit gewidmet. Hier lassen wir den Abend beim Bier ausklingen und feiern nach einem studentischen «Comment». Dies bietet Gelegenheit, mit Vertretern anderer Studienrichtungen, Berufen und Generationen in Kontakt zu kommen, neue Freundschaften zu knüpfen und bestehende zu vertiefen. Gerade der Austausch mit älteren Semestern ist besonders wertvoll und bietet die heutzutage seltene Gelegenheit, Freundschaften zu schliessen, die Generationen überwinden.
Den Verbindungen wird oft vorgeworfen, es gehe allen Mitgliedern lediglich um Alkoholexzesse. Wir sind zweifellos keine Kinder von Traurigkeit, im 1. Akt des Abends werden allerdings generell keine Getränke ausgeschenkt, im 2. Akt kann jeder selber bestimmen, ob und wie viel er trinkt.
Wer einmal einen Abend mit der Scaphusia! erlebt hat, erkennt, was die Scaphusia! ausmacht: Kulturelle Beiträge, der Kontakt zwischen den Generationen und Freundschaften, die ein Leben lang erhalten bleiben!


**Glossar**
Altherr: Am Weihnachtscommers nach bestandener Matur werden Burschen in den Altherrenverband aufgenommen.
Bursche: Nach dem Fuxentum wechselt man ins Burschentum hinüber, dem man in der Regel bis zur Matur angehört.
Cerevis: Name, den man nach Eintritt in die Scaphusia! erhält, der ein Mitglied in verschiedenen Hinsichten charakterisiert. Bestes Beispiel ist der Cerevis Klex von Herrman Rohrschach, der den Rohrschachtest entwickelt hat.
Comment: Hat den Zweck die Ordnung am Biertische aufrecht zu erhalten und die Fidelität der Scaphusianer zu erhöhen.
Fuxe: Nach dem Eintritt in die Scaphusia! ist jeder Neue in der Regel 2 Semester lang Fuxe.
Spefuxe: Ein Schüler der Kantonsschule, der die Scaphusia! besucht.

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12. September 2010 | Schülerdelegation der Kantonsschule in Peking

Schaffhauser Nachrichten, Region
Joel Gauss und Paul Kohlhaas

Nach einem langen Flug und einer kurzen Nacht in Peking mussten wir mit unseren Siebensachen in das 50 Kilometer ausserhalb von Peking gelegene Xianghe weiterziehen, wo die Wemun-(WE-Model-United-Nations-)Konferenz stattfand. In den einzelnen Komitees, welche die verschiedenen Unterorganisationen der Vereinten Nationen repräsentierten, vertrat unsere Delegation das Land Kanada. Warum Kanada und nicht die Schweiz? Diese «Übungsanlage» zwang uns, uns in die Denkweise eines uns weniger bekannten Staates hinein zu versetzen und dementsprechend zu agieren. Im Vorfeld der Konferenz hatten wir uns gemeinsam mit Geschichte, Politik und Wirtschaft Kanadas beschäftigt; jeder Einzelne musste sich zudem in spezielle Fragestellungen für ein ihm zugewiesenes UNO-Komitee einarbeiten.

**Weltweite Probleme aller Art**
An der Konferenz schliesslich wurde in den Komitees vier Tage lang – nach den strengen Regeln der UNO – über weltpolitische Probleme aller Art debattiert und nach realistischen Lösungskonzepten gesucht. Im Unep (United Nations Environment Programme) wurde beispielsweise die Problematik nuklearer Abfälle behandelt, wobei es galt, die unterschiedlichen Lösungsansätze und Interessen der einzelnen Staaten, unter anderem durch das Eingehen von Kompromissen, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die sprachlichen Ansprüche während der Sitzungen waren für uns Schweizer verhältnismässig hoch, da es für uns, im Gegensatz zu der Mehrzahl der anderen Delegierten, die erste Teilnahme an einer solchen Konferenz war und unsere Muttersprache nicht Englisch ist. Trotzdem trug jeder von uns aktiv zu den Lösungsfindungen bei. Vier harte Arbeitstage später war jeder mit seiner Leistung zufrieden, und trotz anfänglicher kommunikativer Schwierigkeiten wurde die Schaffhauser Delegation in der Schlusszeremonie sogar ehrenvoll erwähnt.

**Die Stadt und ihre Geschichte**
Nach Peking zurückgekehrt, kamen wir gleich in den Genuss eines anspruchsvollen und hochwertigen Programms, das uns die Stadt und ihre Geschichte, die chinesische Mentalität und die Probleme und Chancen der chinesischen Volkswirtschaft näherbringen sollte. Wir besuchten nicht nur die obligaten touristischen Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt und den Platz des Himmlischen Friedens, wir hatten auch Gelegenheit, Einblick in ein typisches altes Wohnviertel zu erhalten: Mit Rikschas fuhren wir ins ein solches – Hutong genanntes – Viertel. Mit Hutong wird zum einen eine alte typische Gasse bezeichnet, zum anderen aber auch ein aus solchen Gassen und den an ihnen liegenden Häusern bestehendes Wohnviertel. Die Häuser sind bestenfalls zweistöckig und nur durch sehr enge Gassen voneinander getrennt. Bei einer dort ansässigen Familie kamen wir erstmals in den Genuss chinesischer Alltagskost, welche uns um Klassen besser schmeckte als das Essen im Hotel. Die Hutongs sind heute durch die stürmische Entwicklung der Stadt bedroht. Spannend waren auch die beiden Tage, an denen wir Peking in Kleingruppen erkundeten. Es gab vier Themenbereiche, aus denen wir schon vor der Reise einen hatten auswählen und uns darauf fokussieren können: chinesische Kunst, Chinas wirtschaftliche Entwicklung, Urbanisierung und Religion/Philosophie in China. Die Gruppen bestanden aus etwa je zehn Personen, bunt gemischt aus Amerikanern, Indern und Schweizern. Jeder Gruppe war ein orts- und sprachkundiger Teamleader zugeteilt. Ein kleines Guide Book half uns bei der Planung. Für die beiden Tage standen uns pro Kopf 210 Yuan (ca. 35 Franken) zur Verfügung; damit mussten wir Essen, Transporte und Eintritte bezahlen. Wir sollten uns nicht wie Touristen, sondern wie durchschnittliche Chinesen bewegen müssen!

**Abstecher aufs Land**
Den Höhepunkt der zehntägigen Peking-Tour bildete ein zweitägiger Abstecher in eine ländliche Region 100 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt. Ziel und Zweck dieses Ausflugs war nicht nur die eindrückliche Wanderung auf der Grossen Mauer, sondern es sollte uns auch die allgegenwärtige Diskrepanz zwischen dem ländlichen und dem städtischen Leben und zwischen dem Lebensstandard auf dem Land und jenem in der Stadt gezeigt werden. Nach einer zweistündigen Busfahrt auf einer ganz neuen Autobahn fanden wir uns plötzlich in einer Gegend wieder, in der die Modernisierung erst flüchtig Fuss gefasst hatte. Dort werden Lastwagen wieder zu Maultieren und der Kühlschrank zu einer gegen Norden ausgerichteten Höhle. Gemüse und Fleisch produziert hier jeder für den Eigenbedarf selbst, und Maisfelder prägen die Landschaft, etwaige Überschüsse sind die einzige Einkommensquelle. Unser Chinabild hat sich radikal verändert: China, das wir bis anhin nur mit einigen Schlagworten assoziiert hatten, ist für uns ein spannendes Land geworden mit sehr unterschiedlichen Facetten, mit wunderschönen, aber auch schockierenden. Die weitere Entwicklung des Landes werden wir gespannt und mit ganz anderen Augen verfolgen.


**Modellkonferenz**
Mit den Mechanismen der UNO vertraut machen

Im vergangenen Herbst ist die Kantonsschule angefragt worden, ob sie eine Delegation nach Peking an eine UNO-Modellkonferenz mit anschliessendem Peking-Programm senden möchte. Ziel solcher Konferenzen, die insbesondere in den USA verbreitet und beliebt sind, ist es, Jugendliche mit den komplizierten Mechanismen der UNO vertraut zu machen. Für dieses Projekt wurden von der Schulleitung Schülerinnen und Schüler ausgesucht, die im Unesco-Club der Schule aktiv mitmachen und somit ihr Interesse an gesellschaftlichen und politischen Fragen auch ausserhalb des regulären Unterrichts unter Beweis stellen. Anfangs August reisten 13 Kantischülerinnen und -schüler mit den Lehrern Hans-Ruedi Dütsch und Alex Wanner nach China. Einen Teil der Kosten für die Reise mussten sich die Schüler mit Ferienjobs verdienen, Sponsoren, die Eltern und die Schule kamen für den Rest auf.

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3. September 2010 | Freiburger trauern ihrer Brauerei nach

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Denise Lachat

Françoise Cotting reicht ein Sandwich über den Tresen und einen Apfelsaft. Bier trinkt die Angestellte der Snackbar Passagio im Freiburger Bahnhof selber zwar keines, doch für Cardinal ginge sie sofort auf die Strasse. Schon 1996 war sie dabei, als 10 000 Menschen gegen die von Feldschlösschen geplante Schliessung der Traditionsbrauerei demonstrierten. Warum? «Weil ich durch und durch Freiburgerin bin und Cardinal nun einmal ein Teil von Freiburg ist.» Alex Portmann, Buschauffeur bei den Freiburger Verkehrsbetrieben, bekräftigt das. Cardinal gehöre zu Freiburg wie die Kappelerbrücke zu Luzern. Dass Feldschlösschen die Brauerei schliessen wolle, sei schlicht zum Weinen. Falls das Bier nicht mehr in Freiburg gebraut werde, droht er mit Boykott. «Wo soll es herkommen, aus Rheinfelden? Das können Sie vergessen, dann wechsle ich die Marke sofort.»
Zu Hilfe kommt den Cardinal-Mitarbeitern auch das soziale Netzwerk Facebook: Bis gestern Donnerstag hatten sich über 16 000 Personen der Gruppe «Rettet Cardinal» angeschlossen. Mails werden an den Carlsberg-Konzern geschickt, und ein Mitglied empfiehlt einen nationalen Cardinal-Tag. «Warm ums Herz» werde ihm dabei, sagt Ren Fragnière, der Personalvertreter von Cardinal.

**Genossenschaft als Lösung?**
Im Vergleich zum Elan in der Bevölkerung fallen die Reaktionen der Behörden eher lau aus. Die Kantonsregierung klopfte in einer Medienmitteilung am Dienstag zwar auf den Tisch und schrieb, sie sei zum Handeln entschlossen, in der «Libert» aber sagt der kantonale Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen (CVP) nur, eine Volksbewegung für Cardinal könne zeigen, dass die Bevölkerung wirklich betroffen sei. Doch ob die Botschaft in Kopenhagen – dem Standort der Carlsberg-Gruppe, zu der Feldschlösschen gehört – ankomme, sei nicht sicher. Als «eher illusorisch» bezeichnet Vonlanthen zudem die Idee von Emmanuel Kilchenmann, Präsident der jungen CVP. Kilchenmann denkt an die Gründung einer Genossenschaft, die Feldschlösschen nicht nur die Brauerei, sondern auch die Marke Cardinal abkauft. Eine Genossenschaft? «Warum nicht», sagt Alex Portmann, der Buschauffeur. Doch er versteht die Zurückhaltung der Behörden angesichts der Aussage von Feldschlösschen, die Brauerei in Freiburg sei bloss zu 40 Prozent ausgelastet. Dass sich der Erfolg von 1996 nicht wiederholen lasse, befürchtet auch Françoise Cotting. Damals seien rund 220 Angestellte betroffen gewesen, heute nur noch 75. «Um die Schliessung ein zweites Mal abzuwenden, bräuchte es wohl mindestens 20 000 Demonstranten in der Stadt.» Mit von der Partie wäre der Verkäufer am Bahnhofskiosk. «Selbstverständlich demonstriere ich für Cardinal, das habe ich schon 1996 gemacht.» Hinter dem «Passage du Cardinal» liegt das Brauerei-Areal ruhig in der Mittagssonne. Zu Gesicht bekommen die Besucher einzig zwei Männer eines Sicherheitsdienstes. Feldschlösschen hat sie engagiert, wie lange sie bleiben, wissen sie noch nicht. Zugang zu den Produktionsanlagen habe die Öffentlichkeit ohnehin nicht, erklärt Markus Werner, Leiter Kommunikation der Feldschlösschen AG. Aus Gründen der Sicherheit und der Hygiene, sagt er und ergänzt: «Die Angestellten sollen ungestört arbeiten können.» Wo sie das in Zukunft tun, ist offen. 18 der 75 Mitarbeiter sollen frühzeitig pensioniert werden, 57 erhielten ein Stellenangebot. Rund 90 Prozent hätten das Angebot zum Gespräch angenommen, teilt Feldschlösschen mit, dessen Betriebsspitze sich gestern in Bern mit Vertretern der Gewerkschaft Unia und der Cardinal-Betriebskommission traf, um Vorschläge zu diskutieren. Am Grundsatzentscheid, so teilte Feldschlösschen weiter mit, werde aber nicht gerüttelt.

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1. September 2010 | Aus für Cardinal-Brauerei in Freiburg

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

57 der Angestellten in Freiburg erhalten von der Feldschlösschen- Gruppe, zu der Cardinal gehört, in den nächsten Tagen ein Angebot für eine neue Stelle. Die restlichen 18 werden vorzeitig pensioniert, wie Feldschlösschen-Chef Thomas Metzger am Dienstag in Freiburg vor den Medien bekannt gab. Nach der Schliessung will Feldschlösschen das Areal in Freiburg verkaufen.

**Folge eines dänischen Entscheids**
Feldschlösschen begründet den Entscheid mit einem Beschluss der Carlsberg-Gruppe, zu der die Schweizer Nummer 1 im Biergeschäft seit 2000 gehört. Das dänische Mutterhaus habe entschieden, die bisher in Rheinfelden angesiedelte Produktion von alkoholfreiem Exportbier ins Elsass zu Kronenbourg zu verlagern. Hinter diesem Entscheid stehen laut Metzger die Globalisierung des Handels, der damit steigende Druck auf die Profitabilität, der rückläufige Bierkonsum in Westeuropa und Überkapazitäten in diesem Gebiet. Kronenbourg könne zudem billiger produzieren als Feldschlösschen, sagte Metzger auch. Dazu kommt, dass bei Cardinal in den letzten Jahren die Anlagen nur zu 40 Prozent ausgelastet waren. In dieser Situation habe es nichts anderes gegeben, als die Bierproduktion in Rheinfelden zu konzentrieren, so Metzger. An der Marke Cardinal – der Nummer 2 in der Schweiz – will Feldschlösschen nicht rütteln: Cardinal bleibe «ein wichtiger Pfeiler im umfassenden Bierportfolio», schreibt das Aargauer Unternehmen in einer Mitteilung. Die zahlreichen Sponsoringverträge von Cardinal würden weitergeführt. Um in Freiburg Entlassungen zu vermeiden, werde es auch an ande- ren Unternehmensstandorten in der Schweiz zu vorzeitigen Pensionierungen kommen. Überrascht reagierte der Freiburger Staatsrat. Die Kantonsregierung hat eine Taskforce auf die Beine gestellt, die mit Feldschlösschen das Gespräch sucht. 1996 war bei Cardinal der Abbau von 200 der damals 300 Stellen geplant. Kurze Zeit später protestierten in der Saanestadt 10 000 Menschen auf der Strasse gegen den Entscheid. 80 000 unterzeichneten eine Petition an Feldschlösschen. Danach nahm das Aargauer Unternehmen den Beschluss zurück.


**Cardinal-Schliessung Personal ist schockiert, einige wollen kämpfen, andere haben resigniert**

Das Personal der von der Schliessung bedrohten Brauerei Cardinal in Freiburg ist gemäss Angaben der Gewerkschaft Unia «schockiert». Die Mehrheit der Angestellten traf sich am Dienstagnachmittag zu einer Aussprache. Kampfmassnahmen wurden nicht beschlossen.
Hingegen fordere die Belegschaft Feldschlösschen auf, wie bei einer Massenentlassung das Personal zu konsultieren, sagte der Unia-Gewerkschaftssekretär für Freiburg, Armand Jaquier. Das bedeutet, dass die Cardinal-Belegschaft das Recht haben will, bis in vier Wochen Feldschlösschen Alternativen zur Schliessung vorlegen zu können. Die Belegschaft sei klar der Meinung, dass es die Möglichkeit gebe, in Freiburg Arbeitsplätze zu erhalten, so Jaquier.
**Schwankende Stimmung**
Die Cardinal-Belegschaft sei nicht nur schockiert, sondern auch aufgewühlt und wütend. Jaquier sprach aber auch von zwei Geisteszuständen bei den Angestellten: Widerstand und Resignation. An der Versammlung auf dem Werksgelände nahmen ihm zufolge 50 bis 60 Personen teil, also die Mehrheit der 75 Angestellten.

#Allgemeines

17. August 2010 | «Einen Weidling zu bauen, ist spannend»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Alfred Wüger

Auf dem Gelände der Firma Kohler in Thayngen kurvt ein Mitarbeiter, der ein Liedchen pfeift, um die Bretterstapel. Es ist Beat Kuhn. «Ja», wird er später sagen, «wir sind ein zufriedenes Völklein hier.»

Als Erstes führt er uns in die «Werft», das ist der Bereich der Zimmerei, wo die Weidlinge gebaut werden. Ausserdem sind ein Schreiner und ein Schlosser eingemietet. Beat Kuhn: «Wir sind eine Hallengemeinschaft.» Die Zimmerei Kohler ist der einzige Betrieb in der Region, der Stachelweidlinge herstellt, und zwar nur Stachelweidlinge. «Wir haben diesen Betriebszweig von Peter Wanner übernommen.» Peter «Peti» Wanner ist unter Weidlings- und Rheinenthusiasten eine bekannte Grösse. Vor rund 20 Jahren baute er seinen ersten Weidling – Beat Kuhn: «Damals tat das in der Region keiner mehr» –, und danach bekam er Aufträge, und das Geschäft wuchs. Peter Wanner zog es dann in die Welt hinaus, und er verkaufte sein Know-how an die Zimmerei Kohler, deren Chef, Urs Kohler, auch ein begeisterter Weidlingfahrer ist, und so übt Beat Kuhn dieses Handwerk nun seit rund neun Jahren aus. «Ich mache das megagern, einen Weidling zu bauen. Das ist Handwerk, da braucht man auch einmal einen Stechbeitel. Und Augenmass! Es ist eine spannende Arbeit.»

**Mehrheitlich aus hiesigem Holz**
Eine Sägerei aus Wilchingen liefert das gut gelagerte Holz. Zehn Meter lange Bretter. Die Bäume wachsen in Beggingen. Der Boden und die Seitenwände des Weidlings werden aus Tannenholz gefertigt und die Bretter mit Hilfe von Schablonen zugeschnitten. «Dann werden die Bodenbretter nach oben gebogen, in Form gepresst und mit den Spanten und den Seitenbrettern verschraubt.» Das werde nur mit Kraft, ohne Dampf, gemacht, sagt Beat Kuhn. Fast 1000 Schrauben würden für ein einziges Boot verwendet. Dann sind da noch die charakteristischen Bänder, die mit einer Art Riesenbostitchklammern festgemacht sind. «Die Bretter liegen mit angeschrägten Kanten aneinander, und unter dieser schmalen Trapezleiste befindet sich eine Gummidichtung.» Die ersten drei Jahre ist ein Weidling dicht, danach muss er vor dem Einwassern jeweils verschwellt werden. Wenn wir das fertige Schiff auf dem Bock in der «Werft» der Zimmerei Köhler genau betrachten, sehen wir verschiedene Farben, obwohl es nicht bemalt ist. Das Tannenholz der Seitenwände und des Bodens hat einen Grünstich. «Das Holz», sagt Beat Kuhn, «ist wie die Telefonmasten gegen Fäulnis druckimprägniert.» Die festgetackerten Leisten sind rötlich: Lärchen- oder Douglasienholz. Die Scheuerleiste oben ist ebenfalls rötlich und ganz glatt. «Das ist afrikanisches Sipo, das einzige exotische Holz, das wir verwenden. Es gibt keine Spiesse, und an dieser Kante hält man sich ja oft fest.» Und dann gibt es noch die beiden «Scho» genannten Hölzer vorne und hinten, wo die Ringe für die Ketten eingelassen sind. Sie sind, wie die Spanten, aus Eiche. Vier Holzarten sind es also, aus denen ein Weidling gebaut wird.

**Unikate trotz Schablone**
Und obwohl die Zimmerei Kohler nur ein einziges Modell herstellt, und das erst noch mit Schablonen, ist jedes Boot anders. Eine Woche dauern die Vorbereitungsarbeiten, und eine weitere muss man rechnen, bis der Weidling fertig zusammengesetzt ist. Dann ist er 350 Kilogramm schwer, 9,2 Meter lang, am Boden 86 cm breit, und von Scheuerleiste zu Scheuerleiste sind es 1,50 Meter. Kostenpunkt: knapp 10 000 Franken, Lebensdauer: 15 bis 20 Jahre.
Jetzt hat man zwar ein Schiff, aber fahren könnte man damit nicht. Es fehlt das Zubehör. Neben Kette, Anker, Brettern zum Anlehnen, Lampen – all das kriegt man auch bei Kohler – insbesondere Stachel und Ruder. «Stellen Sie die auch her?» – «Die Stachel kaufen wir ein», sagt Beat Kuhn, «und zwar in der Kistenfabrik Muothathal.» Früher seien die Pontoniere des Militärs Hauptabnehmer gewesen, und da habe es auch in Mannenbach am Untersee einen Hersteller gegeben. Die Ruder würden sie in der «Werft» selber verleimen. «Konrad Trümpler fräst sie dann aus. Er ist eigentlich Pilot und macht das zum Ausgleich.» Auch Kinderruder haben die Thaynger Weidlingsbauer im Angebot. Damit sich früh üben kann, wer ein Meister werden will. Denn das «Schwellen», wie die charakteristische Bewegung mit dem Stehruder genannt wird, mit der man das Boot in der Flussmitte manövriert, sei gar nicht so einfach. Beat Kuhn weiss es, obwohl er selber kein Weidlingfahrer ist. «Wir hatten keinen Weidling, und so bin ich nicht damit aufgewachsen. Ich fahre sehr gerne mit, aber sonst baue ich sie lieber und gehe schwimmen.»


**Zur Person**

Ausbildung
Beat Kuhn wuchs in Neuhausen auf und lebt seit 20 Jahren in Schaffhausen. Nach der Sekundarschule lernte er – Sohn eines Schreiners – Zimmermann. «Ich liebe meinen Beruf.»
Freizeit
Nein, lacht Beat Kuhn, einen eigenen Weidling habe er nicht. «Ich fahre lieber mit und gehe an den Rhein, um zu baden.» Er ist Vater von drei Kindern. «Da bin ich ausgelastet.» Die Familie ist gerne draussen in der Natur, geht mit in die Jungwacht/Blauring-Lager, um zu kochen, Skifahren ist wichtig, und wenn es ums Lesen geht, schlägt Beat Kuhn gerne die «WOZ» auf.
Meine Stärke
«Ich habe recht viel Ausdauer, wenn es sein muss.» Er zögert. «Man spricht nicht gerne über die Stärken, oder?»


**Frisch von der Leber weg – Sieben Fragen zu Sinn und Glück im Leben**

Interview Alfred Wüger

*Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?*
Beat Kuhn: Ich würde immer noch gerne Dachstühle und Weidlinge bauen. Ich habe gefunden, was ich haben muss.

*Waren Sie ein guter Schüler?*
Vielleicht wäre ich besser ge-wesen, wenn ich für die Schule mehr Zeit gehabt hätte. Ich streifte schon damals lieber im Wald herum, als drinzusitzen.

*Was waren Ihre Lieblingsfächer?*
Rechnen, Geometrie, Biologie, Geografie.

*Was ist für Sie Glück?*
Die Familie und dass es so ist, wie es ist. Auch bei der Arbeit. Wir sind ein zufriedenes Völkchen hier.

*Was wünschen Sie den Menschen allgemein?*
Mehr Ruhe und weniger Hektik. Was man heute nicht erledigen kann, das erledigt man eben morgen.

*Was würden Sie niemals in Ihrem Leben tun?*
Wenn es zu umgehen ist in meinem Leben, dann möchte ich nicht in einem Büro arbeiten. Die Freiheit auf dem Bau und in der Werkstatt ist gross. Wir haben Eigenverantwortung und können vieles selber entscheiden.

*Haben Sie Haustiere?*
Nein, das haben wir nicht. Drei Kinder reichen.

#Allgemeines

17. August 2010 | Seit 211 Jahren frei und unabhängig

Schaffhauser Bock
Marcel Tresch

Seit mehr als zwei Jahrhunderten wird in der Munotstadt bestes Bier gebraut. Für das Traditionsunternehmen eine Ehrensache, dass Braumeister Oskar Dommen seit 1984 persönlich die hochstehende Qualität der Zutaten, der Produktion und des Bieres ganz persönlich überprüft. Die Brauerei ist eine besondere Kunst, die ein feines Gespür, ein enormes Fachwissen, ein besonderes handwerkliches Geschick sowie die Liebe zum Beruf erfordert. Dabei ist die fachspezifische Erfahrung eines erstklassigen Braumeisters durch nichts zu ersetzen. Das äusserst beliebte Falken-Bier aus dem Fulachtal wird seit 1984 von Oskar Dommen gebraut, wobei er die Rohstoffe sorgfältig auswählt, die Rezeptur behutsam abstimmt und eine exakte Steuerung der Brauvorgänge sicherstellt. «Das sind äusserst wichtige Vorgänge», so der Braumeister, «damit das Bier jederzeit gleich gut schmeckt.» Darin liegt auch eines der Geheimnisse begründet, dass die Schaffhauser Brauerei seit 1799 bewahren konnte, was einen guten Gerstensaft ausmacht: Eigenständigkeit und Geschmack. Auf das Erstere ist das Traditionsunternehmen in einem weitern Sinn mit Recht stolz. Trotz Wirtschaftskrisen, Weltkriegen, Konkurrenzkämpfen, Brauereiübernahmen durch nationale und internationale Grosskonzerne, gesellschaftlichem und technologischem Wandel ist die Brauerei Falken seit 211 Jahren unabhängig geblieben. Und so soll es auch in Zukunft bleiben. Für das Schaffhauser Unternehmen geht es nicht immer nur um Profite, sondern in erster Linie um ein Stück Lebensqualität, die wiederum eine Haltung gegenüber der Braukunst ist, die sich direkt auf das Produkt überträgt. Damit ist ein weiteres Geheimnis gelüftet: das Geheimnis der Gelassenheit ohne Hektik, oder wie es der Slogan einschlägig ausdrückt: «Viel Zeit für ein gutes Bier.»

**Freiheit, Selbstständigkeit und Stolz**
Die Anfänge der Schaffhauser Traditionsbrauerei gehen auf das Jahr 1799 zurück. Damals wurde das Bier im Haus «Zum Zedernbaum» gebraut. Der Ausschank aber erfolgte in der Liegenschaft «Zum grossen Falken» an der Vorstadt. Damit ist auch die Namensgebung und der geläufige Begriff «Falken-Bier» erklärt und begründet. Der Falke steht auch im Firmenlogo ganz klar im Vordergrund. Der Greifvogel verkörpert schliesslich, was dem Unternehmen äusserst wichtig ist: Freiheit, Unabhängigkeit sowie der Stolz auf ein wirklich gutes Bier. Als 1895 die eidgenössische Postverwaltung den «Zedernbaum» erwarb, siedelte die Brauerei drei Jahre später in die neuerstellten Räumlichkeiten im Fulachtal am heutigen Standort über. Seither hat der Betrieb, der derzeit über 70 Angestellte beschäftigt, sämtliche Höhen und Tiefen erlebt. Dennoch konnte sich die Schaffhauser Brauerei auf dem sich stets verändernden Schweizer Biermarkt behaupten sowie die angestrebte Eigenständigkeit wahren. Im konsequent modernisierten und den neuesten Anforderungen angepassten Fachbetrieb werden heute täglich 46 000 Liter Bier gebraut, während zwölf bis 15 Wochen in 95 Lagertanks mit einem totalen Fassungsvermögen von 2,3 Millionen zwischengelagert und danach in der vollautomatischen Füll- und Verschliessungsanlage in 24 000 Flaschen pro Stunde abgefüllt. Der Gesamtgetränkeverkauf liegt bei zehn Millionen Litern. Ein Betriebsrundgang bringt für Laien Erstaunliches zu Tage. Moderne Betriebsanlagen gewährleisten eine hochstehende Bierqualität. Zudem überraschen die Dimensionen und Ausmasse der Brauerei. Neben der angesprochenen Tagesproduktion und dem hohen Lagervolumen verfügt der Betrieb zum Beispiel auch über Silos für 2600 Tonnen Malz, das einem Zweijahresbedarf entspricht. Zudem sorgen rund 20 Fahrzeuge in verschiedensten Grössen für einen reibungslosen Lieferservice in den Hauptabsatzgebieten der Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich. Neben dem eigenen Produkt bietet die Brauerei den Service eines Voll-Getränkesortimenten-Lieferanten – unter anderem in den eigenen Getränkemärkten Schaffhausen und Stein am Rhein – an. Innovationen und Trends sorgen zudem für eine Vielfalt an verschiedenen Bieren. Neben dem traditionellen Falken Lager hell und dunkel sind auch Edelfalke, Falken Prinz, Munot-Weizen, Falken Panaché, Falken Alkoholfrei, Zwo Acht mit reduziertem Alkoholgehalt, Falken Festbier, Falken Eidgenoss, First Cool und anderes mehr erhältlich.

**Die Braumeister der Brauerei Falken seit 1898:**
• 1898–1938 – Karl Binder
• 1936/38–1945 – Fritz Kutter
• 1945–1951 – Hans Locher
• 1951–1959 – Aristide Juillerat
• 1959–1971 – Fritz Cambensy
• 1971–1984 – Hans Sonderegger
• seit 1984– Oscar Dommen


Ein Blick in den Betrieb der Schaffhauser Brauerei Falken AG zeigt Interessantes.


Die Flaschen-Reinigungs-Maschine hat eine Leistung von 24 000 Flasche pro Stunde.


Braumeister Oskar Dommen überprüft seit 26 Jahren die Qualität der Falken-Biere.


Erfolgreich: GL Markus Höfler, VR-Präsi Jürg P. Spahn, VR-Vize-Präsi Philipp Moersen (v.l.).


Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit.

#Allgemeines

3. August 2010 | Nur die Grossen schlagen auf

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Reto Wäckerli

Die Stange und das Grosse werden in vielen Schweizer Beizen teurer: Feldschlösschen, das zum dänischen Carlsberg-Konzern gehört, schlug im Juli bei den Marken Feldschlösschen und Cardinal um 4 Prozent auf. Heineken, das Haldengut, Calanda und Eichhof braut, verlangt ab dem 1. Oktober im Schnitt 2,5 Prozent mehr, wie Firmensprecherin Carmen Wyss einen Bericht der Zeitung «Sonntag» bestätigt. Von den Preiserhöhungen betroffen sind in beiden Fällen nur Bierfässer und Mehrwegflaschen, wie sie vor allem in der Gastronomie verwendet werden. Einwegflaschen und Büchsen bleiben verschont. Die Preiserhöhung ist erstaunlich. Denn die Brauereien beklagen gleichzeitig, dass in den Schweizer Restaurants immer weniger Bier getrunken wird. Theoretisch müsste eine geringere Nachfrage aber zu einem härteren Preiskampf und somit zu tieferen Preisen führen. «Wir können diese Erhöhung nicht eins zu eins nachvollziehen», sagt Anton Schmutz, Direktor von GastroSuisse, dem Dachverband der Schweizer Hoteliers und Wirte.

**Falkenbier zieht nicht mit**
Überrascht sind auch kleinere Brauereien. «Wir haben eine Anpassung bis jetzt nicht einmal diskutiert», sagt Ernst Zingg, Verkaufsdirektor der St. Galler Brauerei Schützengarten. Denn die Preise für Hopfen und Malz seien gesunken. «Wir können nun wieder zu normalen Bedingungen einkaufen.» Auch bei der Schaffhauser Brauerei Falken ist eine Preiserhöhung kein Thema: «Wir beobachten den Markt dauernd, derzeit gibt es aber keinen Grund, von unseren Partnern mehr Geld zu verlangen», sagt Verkaufs- leiter Markus Höfler. Die Wirte hätten genug andere Sorgen. Schützengarten und Falken sind im Vergleich zu Feldschlösschen und Heineken Zwerge. Die beiden Riesen haben einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Der Verdacht steht deshalb im Raum: Nützen die beiden Platzhirsche ihre Marktmacht aus? Haben sie sich sogar abgesprochen? Die Unternehmen widersprechen energisch: «Das Bierkartell gibt es schon lange nicht mehr», sagt Carmen Wyss von Heineken. «Was die anderen Brauereien machen, entzieht sich unseren Kenntnissen», sagt Markus Werner von Feldschlösschen. Beide begründen die Preiserhöhungen mit einer veränderten Kostenstruktur: «Der Betrieb einer Reinigungsanlage beispielsweise bleibt gleich teuer, auch wenn wegen der rückläufigen Nachfrage weniger Mehrwegflaschen zu reinigen sind», sagt Werner. Bei Heineken wird zudem darauf verwiesen, dass dies die erste Preiserhöhung seit fast zwei Jahren sei. Bei den Rohstoffpreisen sei man zudem an langfristige Verträge gebunden. Und der Aufwand für die Energie und die Logistik habe zugenommen – was auch die Verantwortlichen bei Schützengarten und Falken einräumen. Für sie rechtfertigt dies trotzdem keine Preiserhöhung.

**«Es gibt kein Bierkartell»**
Also doch ein Kartell von Feldschlösschen und Heineken? Die Wettbewerbskommission (Weko) winkt ab. «Bei der letzten Überprüfung haben wir festgestellt, dass im Schweizer Biermarkt niemand eine marktbeherrschende Stellung hat», sagt der stellvertretende Direktor Patrik Ducrey. Gaststätten könnten auf andere Anbieter ausweichen. Und um eine Untersuchung wegen Preisabsprachen einzuleiten, brauche es deutliche Indizien. Etwa, dass die Erhöhung gleichzeitig erfolge. Das ist im Fall von Feldschlösschen und Heineken nicht so.

**Flexibilität ist schwierig**
Auch Anton Schmutz vom Wirtedachverband GastroSuisse will nicht von einem Kartell sprechen. «Die beiden Brauereien haben aber eine starke Stellung.» Und die Bindung eines Wirts an eine Brauerei sei wegen der Logistik und der oft lang laufenden Verträge stark. «Viele Wirte können deshalb nicht so flexibel reagieren, wie sie eigentlich möchten.»

#Allgemeines

3. August 2010 | In der Beiz wird der Gerstensaft teurer

Schaffhauser Nachrichten, Front
(wä)

Viele Schweizer Wirte müssen neue Getränkekarten drucken. Denn die beiden grössten Brauereien des Landes, Feldschlösschen und Heineken, wollen mehr Geld für ihr Bier. Feldschlösschen erhöhte per 1. Juli die Preise für Mehrwegflaschen und Fassbier um 4 Prozent. Heineken, das etwa Haldengut, Calanda und Eichhof braut, zieht im Oktober mit etwa 2,5 Prozent nach. Beim Importbier Miller sind es sogar 10 Prozent.
Kleinere Brauereien halten sich hingegen mit Preiserhöhungen zurück. Bei der Schaffhauser Brauerei Falken und dem St. Galler Schützengarten sind sie zum Beispiel kein Thema.

#Allgemeines

30. Juli 2010 | Qualitätssiegel für Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

Zehn mittlere und kleinere Schweizer Privatbrauereien haben sich gestern auf dem Tellspielareal bei Interlaken auf Qualität eingeschworen. Sie alle wurden mit dem Qualitätssiegel der deutschen Vereinigung Brauring ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel soll die kleinen Brauereien im hart umkämpften Biermarkt stärken und ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den grossen Weltkonzernen verschaffen. Von dem Gütesiegel sollen Konsumenten, Gastronomen und der Handel profitieren, schreiben die Brauereien in einer gemeinsamen Mitteilung. Mediengerecht inszeniert, leisteten die Vertreter der zehn Brauereien vor den Kulissen des Tellspiels einen Qualitätsschwur. Damit verpflichten sie sich unter anderem, ihre Biere einer jährlichen Prüfung bei einem unabhängigen Institut zu unterziehen. Das Siegel erhielten die Brauereien Felsenau (Bern), Rugen (Interlaken), H. Müller (Baden), Brauerei Baar (Baar), Locher (Appenzell), Falken (Schaffhausen), Adler (Schwanden), Rosengarten (Einsiedeln), Stadtbühl (Gossau) und Sonnenbräu (Rebstein). Die Kooperationsgesellschaft Brauring, die das Qualitätssiegel vergibt, wurde 1973 gegründet und zählt heute 200 Brauereien in Deutschland und 26 in der Schweiz und Österreich zu ihren Mitgliedern.

#Allgemeines

14. Juli 2010 | «Wir wollen die Lebensqualität erhalten»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

*Schaffhausen entwickelt sich – trotz der stetig zunehmenden Anstrengungen seitens der Wirtschaftsförderer – im Vergleich zu den benachbarten Standorten in einem eher bescheidenen Masse. Warum?*
Thomas Holenstein: In Schaffhausen sterben Jahr für Jahr mehr Menschen, als im gleichen Zeitraum geboren werden. Dieser negative Geburtenüberschuss muss zuerst kompensiert werden. Ohne Neuzuzüger würde unsere Bevölkerung schrumpfen. In den letzten Jahren ist es uns in zunehmendem Masse gelungen, diesem unerfreulichen Trend Einhalt zu gebieten.

*Die Wirtschaftsförderer plädieren stets für ein möglichst günstiges Steuerklima. Unter dem Strich zahlen die Steuerpflichtigen jedoch nach wie vor mehr als in den benachbarten Gemeinden im Kanton Zürich.*
Marcus Cajacob: Regierung und Parlament haben in den letzten Jahren eine Vielzahl von konkreten Schritten zur Verbesserung des Steuerklimas für natürliche und juristische Personen unternommen. Bei den natürlichen Personen nähern wir uns der im Kanton Zürich geltenden Steuerbelastung in kleinen Schritten an. Zudem wurde vor zwei Jahren eine erhebliche Entlastung bei den juristischen Personen beschlossen. Die damit verbundenen Steuerausfälle wurden innerhalb kurzer Zeit durch zusätzlich akquirierte Unternehmen kompensiert. Wir bewegen uns also stetig in der richtigen Richtung.

*Nach Ansicht verschiedener Politiker ist die Steuerbelastung nicht unbedingt der wesentlichste Faktor bei einer Standortwahl. Wo liegen denn aus Ihrer Sicht die Prioritäten?*
Ueli Jäger: Die Attraktivität eines Standortes hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel auch die Verkehrsanbindung, das Bildungsangebot, der Gesundheitsdienst und die Verfügbarkeit von geeigneten Immobilien.

*Regierung und Stadtrat setzen in wirtschaftlicher und in demografischer Hinsicht auf ein weiteres kontinuierliches Wachstum. Warum können wir uns denn nicht einfach mit der vorhandenen Substanz zufrieden geben?*
Holenstein: Wachstum ist für uns kein Selbstzweck. Es geht dabei in erster Linie um den Erhalt der Lebensqualität der heutigen und der künftigen Einwohner sowie um die Sicherstellung der staatlichen Leistungsfähigkeit sowie einer angemessenen Nachfrage im Bereich des Konsums. Ohne die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und den Zuzug neuer Einwohner geraten wir auf fatale Weise ins Hintertreffen.

*Sie rücken bei Ihren Imagekampagnen stets unsere paradiesischen Verhältnisse in den Vordergrund. Gleichzeitig huldigen Sie einer Wachstumsstrategie, welche unserer viel gelobten Überschaubarkeit kaum förderlich sein dürfte.*
Cajacob: Das heisst, dass wir pro Kopf unter dem Strich mehr Steuern zur Sicherstellung der staatlichen Dienstleistungen und der vorhandenen Infrastruktur zahlen müssten. Ein moderates Wachstum ist aus unserer Sicht eine Notwendigkeit. Wir wollen damit eben gerade die Lebensqualität erhalten.

*Um das angestrebte Wachstum zu ermöglichen, brauchen wir aufgrund der in den letzten Jahren gemachten Analysen mehr attraktiven Wohnraum und mehr verfügbares Bauland.*
Jäger: Der Wohnraumbedarf nimmt nicht nur wegen der erwarteten Neuzuzüger kontinuierlich zu. Die Statistiken zeigen, dass auch die bereits ansässige Bevölkerung immer mehr Wohnflächen beansprucht. Um unsere demografische Struktur zu verbessern, besteht eindeutig Handlungsbedarf. Wir brauchen gut situierte Familien mit Kindern. Überalterte Immobilienbestände drücken zudem auf die Mietpreise und hemmen damit potenzielle Investoren.

*Ist es denn primär eine Sache der öffentlichen Hand, das Immobilienangebot zu verbessern?*
Holenstein: Der Wohnungsbau soll auch in Zukunft in erster Linie durch private Investoren erfolgen. Der Kanton, die Stadt und die Gemeinden haben jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Attraktivität unserer Region als Wohnort und Lebensraum zu steigern. Die Regierung hat die Notwendigkeit zum Handeln erkannt. Unter Federführung des Baudepartements prüft eine breit abgestützte Arbeitsgruppe geeignete Massnahmen. Beispielsweise Anreize für Sanierungen, die Schliessung von Baulücken oder Verdichtungen.

*Nach den Vorstellungen des Stadtrates soll die Stadt vor allem nach «innen» wachsen. Besteht dabei nicht die Gefahr, dass eine Vielzahl von attraktiven Grünflächen im Siedlungsgebiet verschwindet?*
Holenstein: Wir wollen unsere weitgehend intakte Umwelt so weit wie möglich schonen. Aus diesem Grund möchten wir nicht einfach weiteres Kulturland erschliessen und zubetonieren. Wir verfügen an verschiedenen Orten über seit längerer Zeit ungenutzte Potenziale und möchten daher die bestehenden Siedlungsräume qualitativ aufwerten und diese besser nutzen. Dazu gehören auch die Nutzung von freien Flächen im Siedlungsgebiet und die damit mögliche Erhaltung von Grünflachen ausserhalb.

*Die Wirtschaftsförderung setzt im wirtschaftlichen Bereich in erster Linie auf den Zuzug von international tätigen Unternehmen im Bereich von Dienstleistungen.*
Cajacob: Wir sind in erster Linie dort aktiv, wo wir eine Chance und einen maximalen «return on investment» für den Kanton und die Gemeinden haben. Wir haben in den vergangenen Jahren nicht nur für zusätzliche Steuereinnahmen, sondern auch für die Schaffung einer Vielzahl von neuen Arbeitsplätzen gesorgt. Wir sind ausserdem bestrebt, bestimmte Schwerpunkte zu setzen. Ein erstes Beispiel ist das in enger Zusammenarbeit mit der Branche entstandene Ausbildungszentrum für Verpackungsspezialisten.

*Aus Sicht der ländlichen Gemeinden streben Sie vor allem eine Stärkung des urbanen Zentrums an. Möchten Sie das übrige Gebiet des Kantons in einen regionalen Naturpark verwandeln?*
Jäger: Unsere Strategie beruht auf bereits bestehenden natürlichen und historisch gewachsenen Schwerpunkten. Neben der unabdingbaren Stärkung des urbanen Zentrums soll sich auch die Landschaft mit ihren gewachsenen Dorfstrukturen und Naturräumen weiter entwicklen. Dazu bedarf es keiner neuen Vorschriften, sondern der Planung und der Umsetzung von möglichst breit abgestützten Projekten. Hierzu zählt auch die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken eines regionalen Naturparks. Wir sind überzeugt, dass sich mit Hilfe einer integralen Stärkung des Tourismus, des Weinbaus, der Landwirtschaft und der Naherholung auch für die ländlichen Gebiete neue Perspektiven eröffnen.

*Stehen Ihre angestrebten Ziele – Clusterbildung in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen und Schaffung von regionalen Naturparks – nicht in einem gewissen Widerspruch?*
Cajacob: Die Kombination von innovativen Entwicklungen im Zentrum der Region und die gleichzeitige Nähe zu einer teilweise fast unberührten Landschaft innerhalb einer überschaubaren Region zählten zu den eigentlichen Vorzügen unseres Kantons. Die damit verbundene Vielfalt wird sowohl von der einheimischen Bevölkerung als auch von den Neuzuzügern gleichermassen geschätzt.

*Je mehr wir unsere natürlichen Grenzen überschreiten und Schaffhausen in den Sog der «greater Zurich area» gerät, desto grösser ist doch die Gefahr, dass Siedlungsdruck und Verkehrsbelastung zunehmen.*
Jäger: Wir können – davon sind wir überzeugt – unsere Position im Wettbewerb der Standorte ohne gleichzeitige Aufgabe unserer Trümpfe ausbauen. Wir streben aus diesem Grunde in erster Linie ein moderates Wachstum mit nachhaltiger Ausrichtung an.

**Strategische Zielsetzung Stärkung des Standortes**

Vorrangiges Ziel von Regierung und Parlament sind nach wie vor die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die weitere Attraktivierung des Kantons Schaffhausen als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Die volkswirtschaftliche Basis soll weiter vergrössert und diversifiziert werden, mit dem Ziel, zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen, zusätzliches Steuersubstrat für Kanton und Gemeinden zu generieren sowie die notwendigen Investitionen am Standort Schaffhausen auszulösen.
Weiter wollen die Behörden von Kanton und Stadt die verschiedenen Träger der Projekte zur Regional- und Standortentwicklung bei der Realisierung ihrer Vorhaben tatkräftig unterstützen. Die 2009 gestartete Imagekampagne «Schaffhausen – ein kleines Paradies» wird – in den Grundzügen unverändert – auch im laufenden Jahr fortgesetzt.

**Standortentwicklung «Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es»**

Den einheimischen Behörden und den von ihnen beauftragten Wirtschaftsförderern ist es in den letzten zwölf Jahren gelungen, die Rahmenbedingungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft in den Bereichen öffentlicher und privater Verkehr, Bildung und Steuern schrittweise zu verbessern. Dank einer zielgerichteten, auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Politik konnten im Laufe der Jahre neue Arbeitsplätze geschaffen, Investitionen ausgelöst, der Konsum erhöht und in einem erheb-lichen Masse zusätzliche Steuereinnahmen generiert werden. Damit sich der Kanton Schaffhausen gemäss der zu Beginn dieses Jahrtausends vom Regierungsrat definierten Leitidee als attraktiver Lebensraum und Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität und zu einem Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung entwickeln kann, müssen die heute vorhandenen Rahmenbedingungen aus der Sicht der Wirtschaftsförderer in den kommenden Jahren verbessert werden. Die Behörden haben in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Projekten entwickelt und die zu deren Realisierung notwendigen finanziellen und recht-lichen Grundlagen geschaffen. Dazu zählen unter anderem das vom Verein Agglomeration Schaffhausen am 22. November 2007 gutgeheissene Agglomerationsprogramm sowie das vom Parlament am 19. Mai 2008 gutgeheissene Gesetz zur Förderung der regionalen Standortentwicklung. Mit diesen Erlassen wurden wesentliche Grundlagen geschaffen, zu einer möglichst raschen Umsetzung der im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung von Stadt und Land geplanten Investitionen. Dazu zählt auch die Bereitschaft des Bundes, die konkreten Massnahmen in finanzieller Hinsicht massgeblich zu unterstützen. Der Handlungsbedarf ist unbestritten. Doch es gibt – zumindest laut Erich Kästner – nichts Gutes, es sei denn, man tut es. (W. J.)

#Allgemeines

1. Juli 2010 | Für die Technik begeistern

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

Der Schweiz fehlen die Techniker. Viel zu wenige Maturanden entscheiden sich für ein naturwissenschaftliches Studium. Diese Malaise ist zwar lange erkannt, doch man kann schliesslich niemanden zwingen, Chemie oder Maschinenbau zu studieren. Der Weg kann nur über die richtige Motivation führen, und genau das versucht die Kantonsschule derzeit mit einer Technikwoche, an der je eine dritte Klasse des N- und des S-Profils teilnimmt.

**Kampf der Roboter**
«Gegen die Greifarme habt ihr eh keine Chance», prahlt ein Schüler, während er seinen Lego-Roboter auf dem Spielfeld platziert. Es ist Mittwochnachmittag kurz nach drei, und der Höhepunkt des Tages steht auf dem Programm, ein Roboterduell. Das Spielprinzip ist einfach: Das Spielfeld sind zwei Rampen, die sich in der Mitte treffen. Auf der Kante liegen Pingpongbälle, die die Schüler mit einem selbst zusammengebauten und programmierten Roboterfahrzeug in die gegnerische Hälfte schubsen müssen. Das Wichtigste ist aber, dass der Roboter die Arbeit selbst macht, eingreifen dürfen die Schüler nicht. Die knapp 20 Jugendlichen stehen um den Tisch herum und fiebern bei den Duellen mit. «Ich finde das Programm heute genial», sagt Simon Galli. Jetzt, wo es um den Wettkampf geht, sind alle voll bei der Sache, auch jene, die sonst nicht viel mit Technik anfangen können. «Es geht darum, ihnen zu zeigen, dass das keine Magie ist, die die Roboter bewegt», sagt Vance Carter, der den Kurs leitet.

**Das Verständnis fördern**
«Eine Technikwoche führen wir zum ersten Mal durch», erklärt Prorektor Georg Keller, der das Projekt lanciert hat. «Wir wollen damit erreichen, dass das Verständnis für die Technik bei den Schülern wächst und damit auch die Motivation grösser wird, ein entsprechendes Studium zu absolvieren.» Die Technikwoche läuft an der Kantonsschule aber erst als Versuch, an dem nur zwei dritte Klassen teilnehmen. Nur zwei Klassen sind es, weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist, denn die Kantonsschule lässt die Technikwoche vom Verein IngCH durchführen. IngCH ist ein Verein aus verschiedenen Unternehmen, darunter ABB, Roche und auch GF, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Nachwuchs für technische Berufe zu fördern. «Referenten, Kursleiter und das Material bekommen wir kostenlos zur Verfügung gestellt», so Keller. Ziel ist, dass die Technikwoche an der Kantonsschule künftig für einen ganzen Jahrgang angeboten wird. Mittels einer Befragung soll aber zuerst evaluiert werden, ob das Angebot etwas bringt und inwieweit es angepasst werden muss, «schliesslich wollen wir die Schüler ja nicht noch davon abschrecken, einen technischen Beruf zu ergreifen.»

**Frust, weil andere frei haben**
Die Roboter zu programmieren, macht den Schülern sichtlich Spass, immerhin ist es auch ein ziemliches Erfolgserlebnis, wenn sie ihr Fahrzeug zum Beispiel mittels Händeklatschen steuern können. Die Technikwoche als Ganze stösst bei den Schülern aber nicht nur auf Wohlwollen. Neben dem praktischen Teil stehen auch Vorträge zur Technikgeschichte sowie Ausflüge an die ETH oder in technische Betriebe auf dem Programm, und da haben Fabian Müller und Simon Galli auch ein paar Längen geortet. «Eines der Referate war recht langweilig.» Ansonsten gefällt den beiden die Technikwoche aber ganz gut. Überhaupt nichts anfangen mit den ersten beiden Tagen konnten Laura Seifert und Hannah Kwasnicki. Die Vorträge fanden sie ziemlich öde, und ein technischer Beruf komme für sie ohnehin nicht in Frage. Seifert will Lehrerin werden und Kwasnicki im sozialen Bereich arbeiten, «daran ändert auch die Technikwoche nichts». Was die Schüler aber am meisten ärgert: Weil die Maturprüfungen laufen, haben die anderen frei, «und das bei diesem Wetter.» Die Schüler werden dies wohl irgendwann verschmerzen können. Ganz deutlich hat sich aber gezeigt, dass sie sich von praktischen Anwendungen am ehesten begeistern lassen. Nur logisch also, dass die Kantonsschule ab nächstem Jahr zumindest einmal für alle Erstklässler praktische Übungen in der Physik anbieten will.

#Allgemeines

29. Juni 2010 | Gastkolumne – Technikwoche

Schaffhauser Bock, Titelseite
Urs Saxer

An der Kantonsschule Schaffhausen gibt es verschiedene Themenwochen: Es gibt Sportwochen, Projektwochen, Wirtschaftswochen und diese Woche ganz neu, auch eine Technikwoche. Die Welt der Technik ist faszinierend und spannend. Für viele Schülerinnen und Schüler ist diese Welt aber auch gleichzeitig etwas fremd, vielleicht wegen der enormen Komplexität oder der rasanten technologischen Entwicklung. Technik ist aber immer auch ein Teil unserer Kultur und wir müssen uns mit den technologischen Entwicklungen und dem damit verbundenen Fortschritt intensiv auseinandersetzen. Die schweizerische Wirtschaft benötigt dringend mehr Naturwissenschaftler und Ingenieure. In den Legislatur- und Regierungszielen unseres Erziehungsdepartementes ist die Förderung der Naturwissenschaften sogar explizit aufgeführt. Nun sind für den Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren nicht nur die Gymnasien verantwortlich, das Interesse ist bereits auf Sekundarstufe und auf der Primarstufe zu wecken. Gleichzeitig sind auch die Anreize auf dem Arbeitsmarkt für technikorientierte Berufe zu verbessern. In der Kantonsschule wollen wir mit der Technikwoche bei den Klassen ein besseres Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge und damit auch ein grösseres Interesse an Naturwissenschaften und Technik und den entsprechenden Berufen fördern. Die Zielsetzungen der Technikwoche lassen sich nur mit vertieften Kontaktmöglichkeiten zu den naturwissenschaftlich-technischen Studien- und Berufsbereichen erreichen. Für diese Kontakte danke ich im Namen der Schülerinnen und Schüler allen beteiligten Schaffhauser Unternehmungen ganz herzlich.

#Allgemeines

22. Juni 2010 | Jedem sein Bier

Coopzeitung
Stefan Fehlmann

«Zuerst wird man ja mal ausgelacht, wenn man den Leuten sagt, dass man ein Biersommelier ist», erklärt Walter Tobler. Kein Wunder: Jeder weiss, was ein Weinsommelier ist. Schliesslich gehört dieser in der gehobenen Gastronomie zum guten Ton und findet sich fast schon in jedem besseren Restaurant oder Hotel.
Ein Biersommelier hingegen ist so etwas wie ein bunter Hund. Und entsprechend selten. Ganze acht dürfte es davon in der Schweiz derzeit geben. Das stört Walter Tobler aber nicht. Denn der 53-jährige Wirt aus Überzeugung, wie er selber von sich sagt, weiss es besser: «Im Grunde genommen sind ein Bier- und ein Weinsommelier das Gleiche. Nur dass Bier meiner Meinung nach ungemein vielfältiger ist als Wein.» Das war auch mit ein Grund, warum er sich vor drei Jahren in München und Salzburg zum diplomierten Biersommelier ausbilden liess, eine Ausbildung, die in der Schweiz nicht existiert.
«Bier hat mich immer fasziniert. Ich war neugierig und wollte Argumente für das Bier haben», sagt Tobler. Was nicht verwunderlich ist, immerhin schenkt er in seinen Betrieben, so etwa im historischen «Zum Goldenen Leuen», auch bekannt als «National oder Naz» im St. Galler Klosterviertel eigenes, «huus-braui»-Bier aus. Zusammen mit seinem Braumeister entwickelt er regelmässig neue Biere und führt Degustationen durch. Zudem gibt er sein Wissen auch an der Ostschweizer Gastronomiefachschule weiter.
Nur: Wie wird Bier eigentlich degustiert? «Im Grunde genommen genau gleich wie Wein. Mich interessieren die Farbe, der Schaum, der Geruch und schliesslich das, was im Mund passiert», erklärt Tobler und fügt lachend an: «Mit dem kleinen Unterschied, dass wir das Bier nicht ausspucken wie den Wein, sondern trinken.» Was aber nicht heissen will, dass Biersommliers schlicht und einfach Schluckspechte sind. Vielmehr muss das Bier auch geschluckt werden, um seine Bitterkeit zu bestimmen, und diese zeigt sich eben erst im sogenannten Nachtrunk. Ansonsten kommt beim Bierdegustieren ein ähnliches Vokabular zum Tragen wie beim Wein. So kann ein Bier schon einmal nach frischem Heu riechen und nach Schokolade schmecken. Und es gibt ein spezielles Degustationsglas. Dieses ist unten schmal, öffnet sich zur Mitte und verschliesst sich gegen oben wieder, bevor es sich nochmals leicht öffnet.
Dazu der Fachmann: «Mit dem unteren, schmaleren Teil können wir die Farbe bestimmen, der sich öffnende Teil hilft den Geschmack zu entfalten, derweil die Verengung den Schaum komprimiert, damit sich dessen Struktur bestimmen lässt.» Das klingt spannend und schreit nach der Probe aufs Exempel mit ein paar ausgesuchten Spezialitäten aus dem breiten Biersortiment, welches Coop in grösseren Supermärkten anbietet. Tobler ist von der internationalen Auswahl sehr angetan. Zum Beispiel vom «Schneider Weisse», ein würziges Weizenbier aus Bayern. Dummerweise ist das mitgebrachte Muster ein wenig zu warm. Bier muss kühl sein. 4 bis 6 Grad sind ideal. «Je leichter das Bier, desto kühler sollte es sein. Einzig die dunklen, schweren englischen Stout-Biere vertragen ein wenig Temperatur», klärt er auf. Trotzdem, das Weizenbier schmeckt ihm. Ihm gefallen der kräftige Charakter, die Karamellfarbe und das Bananenaroma. Klingt interessant.
Und würde er für ein gutes Essen auch Bier statt Wein empfehlen? «Unbedingt», erklärt er im Brustton tiefster Überzeugung. «Dieses Bier etwa passt garantiert gut zu Frischkäse und auch zu Fleisch.» Und dann zeigt sich ein Leuchten in seinen Augen: «Und zum Dessert sowieso.» Sein Tipp? Frische Erdbeeren! Warum nicht, einen Versuch wärs wert. Prost!





Foto: Christoph Sonderegger

#Allgemeines

5. Juni 2010 | Der Falke ist im Coop-Regal gelandet

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

In der Region Schaffhausen ist das normale Falken-Lagerbier schon lange in den Coop-Filialen erhältlich. Seit mehr als zwei Jahren produziert die Brauerei Falken zudem für Coop alkoholfreies Biobier. Rechtzeitig zu Beginn der Grillsaison ist es der Brauerei nun gelungen, gleich zwei weitere Biere in die Coop-Regale zu bringen.

**Biolagerbier und «Eidgenoss»**
Mitte Mai lancierte Coop das neue Biolagerbier unter dem Label Naturaplan, welches von der Brauerei Falken hergestellt wird und schweizweit im Coop erhältlich ist. Den Hinweis auf die Schaffhauser Brauerei findet der aufmerksame Biertrinker auf der Rückseite der Flasche. Viel eher auf den ersten Blick als Falkenbier zu erkennen ist hingegen der «Eidgenoss», welcher ebenfalls seit Mitte Mai bei Coop in allen grösseren Filialen der Deutschschweiz verkauft wird. Der Falke ist also gleich doppelt in den Coop-Regalen gelandet, vielerorts wahrscheinlich auf der verkaufstechnisch attraktiven Augenhöhe im Regal. «Wir sind wirklich stolz auf die nun ausgebaute Zusammenarbeit mit Coop. Wir sind die einzige unabhängige Brauerei in der Deutschschweiz, die das geschafft hat», so Geschäftsleiter Markus Höfler auf Anfrage. Um das Naturaplan-Biobier liefern zu dürfen, musste die Brauerei zahlreiche Anforderungen erfüllen. «Nötig war zum Beispiel die Bio-Zertifizierung, die wir bereits hatten», so Höfler. Weiter würden Grossverteiler wie Coop zahlreiche Anforderungen an die Produktionsabläufe stellen, die sogenannten «Food Standards». «Wir haben kürzlich zum zweiten Mal die Zertifizierung für den International Food Standard (IFS) erhalten, und das auch noch auf höherem Niveau», so Höfler. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand für eine kleine Brauerei, der sich offenbar gelohnt hat.

**Expandieren – für die Region**
Neben dem Vorstoss in die Coop-Regale hat die Brauerei Falken in letzter Zeit auch andere Anstrengungen unternommen, um neue Absatzkanäle für ihre Gerstensäfte zu erschliessen – mit Erfolg. So schenkt der in Zürich stadtbekannte «Sternen-Grill» beim Bellevue seit wenigen Tagen nur noch Falkenbier aus. Zahlreiche Stadtzürcher und Auswärtige werden dort wohl ihre erste Bekanntschaft mit Falkenbier machen. Und auch am Zürifäscht Anfang Juli wird dieses Jahr einmal mehr Falkenbier ausgeschenkt werden. Die Expansion nach Zürich wird also fortgesetzt, und die Coop-Regale sind erobert – fühlt sich der Falke etwa nicht mehr wohl in seinem angestammten Schaffhauser Horst? Markus Höfler verneint vehement. Viel eher scheint der Falke mehr Platz für Ausflüge zu brauchen. «Schaffhausen ist und bleibt unser Heimmarkt. Es ist auch nicht so, dass unsere Sponsoring-Engagements in Zürich und anderswo auf Kosten der Aktivitäten hier vor Ort gehen», so Höfler. Die teilweise langjährige Unterstützung von Anlässen in der Region soll fortgeführt werden. Die Handballer der Kadetten, die FCS-Kicker und die Kanti-Girls beispielsweise brauchen sich also um eine weitere Zusammenarbeit keine Sorgen zu machen. Mit dem Nordostschweizer Jodlerfest und dem «Festival» auf dem Herrenacker stehen zudem diesen Sommer zwei Grossanlässe auf dem Programm, die von der Brauerei ebenfalls unterstützt werden. «Alle unsere Anstrengungen in diesem Bereich, insbesondere auch die in Zürich, machen wir letztendlich nur für Schaffhausen. Es geht darum, die Zukunft unserer Brauerei und der rund 60 Arbeitsplätze zu sichern», so Höfler. Da die Brauerei in ihrem Heimmarkt bereits einen hohen Marktanteil hat und der Sprung über die Grenze ins «Bierland» Deutschland wenig Sinn machen würde, bleibt Zürich als Expansionsgebiet übrig. Dass durch die erweiterte Zusammenarbeit mit Coop nun auch die schweizweite Präsenz deutlich erhöht werden kann, ist für die über 200 Jahre alte Brauerei natürlich sehr positiv. Von den Coop-Regalen aus werden die in Schaffhausen produzierten Biere ab diesem Sommer noch den Weg zu der einen oder anderen Grillparty finden, die bisher ausserhalb der Reichweite von Falken waren.

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2. Juni 2010 | Das beruhigende Geheimnis des Rotweins

Journal of the Science of Food and Agriculture
Marcello Iriti (Universität Mailand) et al.

Italienische Forscher haben möglicherweise entdeckt, warum ein Glas Rotwein am Abend so angenehm entspannend wirkt: Einige der beliebtesten Rotweintrauben enthalten in ihren Schalen das Schlafhormon Melatonin, konnten die Botaniker zeigen. Besonders die Arten Nebbiolo, Croatina, Cabernet Sauvignon und Sangiovese, eine der Haupttrauben des Chianti, waren reich an Melatonin. Sollte sich bestätigen, dass das Hormon auch noch nach dem Keltern im fertigen Wein vorhanden ist, wäre Rotwein sogar noch gesünder als bislang angenommen: Melatonin reguliert nämlich nicht nur den Schlaf- und Wachzyklus, sondern kann genau wie die anderen im Rotwein enthaltenen Antioxidantien auch die berüchtigten freien Radikale unschädlich machen.
Lange Zeit glaubten Forscher, das auch als “Jetlag-Hormon” bekannte Melatonin werde ausschließlich in der Zirbeldrüse von Wirbeltieren produziert. Mittlerweile konnte das Hormon jedoch auch bei Bakterien, verschiedenen Einzellern, Pilzen, einigen wirbellosen Tieren und einer ganzen Reihe von Pflanzen nachgewiesen werden. Seine Hauptfunktion scheint in allen Organismen etwa die gleiche zu sein: Es reguliert die Stoffwechselprozesse, die einem Tag-Nacht-Rhythmus folgen. Bei Tieren ist das beispielsweise der Schlaf, bei Pflanzen unter anderem der Zeitpunkt des Blühens.
Da Melatonin neben seiner hormonellen Funktion auch als Antioxidans wirken und schädliche freien Radikale unschädlich machen kann, suchen Forscher bereits seit längerer Zeit nach melatoninhaltigen essbaren Pflanzen. Fündig wurden sie bereits bei verschiedenen Kräutern, Samen und Früchten. Auch die Schalen einiger roter Traubenarten enthalten das Hormon, konnten die Forscher um Marcello Iriti nun zeigen. Allerdings ist der Melatoningehalt vor allem im Vergleich zu einigen Heilpflanzen hier eher gering: Während Johanniskraut beispielsweise bis zu vier Mikrogramm Melatonin pro Gramm enthält, kommen die Traubenschalen gerade auf ein tausendstel Mikrogramm pro Gramm. Trotzdem glauben Iriti und seine Kollegen, dass diese Menge für einen gesundheitsfördernden und beruhigenden Effekt ausreicht. Sie wollen nun prüfen, ob das Hormon die Bearbeitung beim Keltern übersteht und auch im Rotwein selbst noch nachweisbar ist.
Andere Forscher sind jedoch skeptisch. Es sei nicht sicher, dass Iriti und seine Kollegen tatsächlich Melatonin gefunden hätten, gibt beispielsweise der Hirnforscher Richard Wurtman vom Massachusetts Institute of Technology in einem Kommentar im Magazin Chemistry & Industry zu bedenken. Die verwendeten Methoden seien nicht zuverlässig genug und die Ergebnisse müssten zuerst mit anderen Verfahren reproduziert und bestätigt werden.

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2. Juni 2010 | Die gestaltete Wand als Notenblatt

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli

Die dritte Klasse mit Schwerpunktfach Gestaltung hat sich zusammen mit ihrem Lehrer Eduard Schwyn vorgenommen, eine Wandfläche im Zwischentrakt des Schulhauses zu gestalten. «Wir standen vor der leeren Fläche und bemerkten, dass sich diese in einem Durchgangsbereich befindet», so Schwyn. Auf die Wand gehe selten jemand direkt zu, aber viele Male am Tag daran vorbei. Dieses Vorbeigehen haben sich die Schüler der Klasse zum Thema gemacht und versucht, unterschiedliche Bewegungsmuster visuell festzuhalten. Sie taten dies mit Hilfe von Stanzresten, welche Schwyn von einer Kartonfabrik erhalten hatte. Daraus stellten die Schüler auf einem Streifen Papier den Rhythmus des Vorbeigehens in Form eines Reliefs dar. Aus den aneinandergefügten Streifen entstand dann die fertige Komposition.
«Als ich vor der gestalteten Wand stand, dachte ich mir, dass das Werk aussieht wie visualisierte Musik», so Schwyn. Das Optische in Musik umzusetzen, hat sich an der Vernissage der Kantonsschüler Timon Happle zur Aufgabe gemacht. In einem minutenlangen Solokonzert am Schlagzeug übertrug er die verschiedenen Rhythmen des Wandreliefs auf die Trommeln seines Schlagzeugs. Der dreidimensionalen Darstellung von menschlichen Bewegungsabläufen ist ein zweiter Teil der Ausstellung gewidmet. Der schwierigen Aufgabe nahmen sich unter anderem Felix Hauser und Elisabeth Güttinger an. Mit vierkantigen Balsahölzchen schufen sie eine Skulptur von zwei Judokämpfern in Aktion. «Zuerst haben wir Skizzen gemacht und versucht, die Proportionen der Figuren richtig darzustellen», erklärt Hauser. Beim Zusammenbauen der Figuren waren dann starke Nerven gefragt, wie Güttinger betont: «Das ist keine exakte Wissenschaft, man muss immer wieder ausprobieren, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.» Die fertigen Balsaholzfiguren wurden von den Schülern auch fotografiert: einmal sachlich nüchtern, dann durch farbiges Licht in Szene gesetzt. Die gestrige Vernissage war gut besucht. Neben Schülern und Eltern war auch Regierungsrat Christian Amsler anwesend. Beim anschliessenden Apéro konnten sich die Besucher dann über die ausgestellten Werke unterhalten.

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1. Juni 2010 | Interessantes über Altstadt-Baugestein

Schaffhauser Bock
(dat)

Zwei Klassen der Kantonsschule Schaffhausen haben unter der Leitung von Anna Jablonkay (Fachschaft Geographie-Geologie) im Rahmen der Aktion «Die Schweiz entdeckt die Geologie» einen Plakatrundgang durch die Schaffhauser Altstadt erstellt. Am Samstag und Sonntag konnte dieser als Anlass genommen werden, einen kleinen geologischen Bildungs-Spaziergang zu unternehmen.
Die Tafeln enthielten viel interessante Informationen. So konnte man erfahren, dass für den Bau des Klosters Allerheiligen (1049–1064) vor allem Kalkfels, Bollensteine, Sand und Kies verwendet wurde, was es alles oberhalb einer Felsbank am Rheinufer gab. Beim anschliessenden Ausbau wurde unter anderem auch grauer Plattensandstein aus Rorschach und roter Schilfsandstein aus Schleitheim sowie Mörtelguss mit rötlichem Ziegelzuschlag verwendet.
Auf dem Plakat im Rathausbogen wurde erklärt, dass die Pflastersteine, auf denen man gerade steht, aus Tessiner Granit oder Bündner Gneis bestehen. Sie werden in Bögen angeorndet, einerseits aus ästhetischen Gründen, andererseits weil die Steine weniger auseinander rutschen, wenn der Druck von Fahrzeugrädern gegen die Bogenform wirkt. Fixiert sind die Steine mit Zement-Mörtel.
Wer am Sonntag den Rundgang abging, hatte teilweise Pech – aufgrund des Reges und des Windes wurde leider etwa die Hälfte der Plakate von den Ständern gerissen.

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29. Mai 2010 | Von Männern gegründet, von Frauen getragen

Schaffhauser Nachrichten, Region
Wolfgang Schreiber

Zum Festakt «200 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS)» gestern Abend im Park Casino Schaffhausen ging Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, in ihrer Festansprache speziell auf den Wert der privaten gemeinnützigen Tätigkeit ein. «In Ihrem Einsatz für das gemeinnützige und freiwillige Engagement liegt auch eine mögliche Gegenstrategie zum kalten und eigennützigen Profitdenken in der Wirtschaft, dessen Exzesse wir in der jüngsten Zeit miterleben mussten», sagte Annemarie Huber-Hotz, die von 2000 bis 2007 als erste Bundeskanzlerin amtete. Sie wies darauf hin, «dass der Ausdruck ‹Profit› mehr bedeuten kann als nur Geld», und erwähnte den Philosophen Otfried Höffe, der schrieb: «In der Tat ist der pekuniäre Profit nur eine der vielen Währungen, in denen die Menschen das messen, worauf es ihnen letztlich ankommt. Nur oberflächliche Menschen geben sich mit Äusserlichem zufrieden … Wer mehr will, nämlich ein halbwegs gelungenes Leben, sucht Anerkennung – sowohl durch die Familie, Freunde und Mitbürger als auch durch sich selbst.» Die Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft bestätigte: «Gemeinnütziges Engagement und Freiwilligenarbeit bringen einen persönlichen Profit, sie bringen Menschen zusammen, die dieselben Werte teilen, und: Die Zeit, die wir aus freien Stücken für die Familie, für Freunde und für die Gesellschaft einsetzen, ist sinnvoll verbrachte Zeit. Den Profit, den wir daraus ziehen, erhalten wir in der Währung Glück und Befriedigung.»
Die 200-jährige Geschichte der Gemeinnützigen Gesellschaft Schaffhausen kann in der Tat als eine Geschichte von Win-win-Situationen gelesen werden. Das ging auch aus den Begrüssungsworten des Präsidenten der Schaffhauser Gemeinnützigen Gesellschaft, Christoph Waldvogel, hervor. Regierungspräsident Erhard Meister lobte die vielen erfolgreichen Projekte der Gemeinnützigen Gesellschaft und unterstrich, dass gemeinnütziges Tätigsein, dass freiwillige Arbeit für die Gemeinschaft noch immer ein wichtiger Motor unserer Gesellschaft sei, dass sie quasi die Seele der Schweiz ausmache, und dies trotz ausgebautem Sozialstaat. Er zollte dem freiwilligen Engagement der vielen Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft, von der er sagte, «sie ist von Männern gegründet, aber heute von Frauen getragen», seine Anerkennung und sprach den Dank der Regierung aus. Die 200-jährige Geschichte der Gesellschaft wurde vom Historiker Adrian Knöpfli kurz vorgestellt. Von den aktuellen Aktivitäten, den Ferienlagern und vom Pradotel Churwalden berichtete Michael Schmid in einer Diashow, Willi Wasser zeigte Ausschnitte aus seinem Film über die Idem. Das 13-köpfige Vokalensemble der Kantonsschule Schaffhausen mit Alexander Wanner am Klavier, geleitet von Beatrice Zeindler, gab der 200-Jahr-Feier den gesanglich-künstlerischen Rahmen.


**Gemeinnützige Gesellschaft**
«Dass es sie nach 200 Jahren noch gibt, ist eine Erfolgsgeschichte»

Die Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS) feiert 2010 ihr 200-jähriges Bestehen. Der Wirtschaftshistoriker Adrian Knoepfli hat die Geschichte der GGS unter dem Titel «Von ‹wohlthätigen Menschenfreunden› gegründet» (*) nachgezeichnet.

*Wer waren diese Gründer, diese «wohlthätigen Menschenfreunde»?*
Adrian Knoepfli: Diesen Titel habe ich in einem Aufruf gefunden, den 1810 die beiden Schaffhauser Johann Jacob Altorfer und Johann Jacob Stokar veröffentlicht haben. Sie wandten sich an «wohlthätige Menschen» mit der Bitte, Geld zu spenden, damit zwei blinde Knaben aus Schaffhausen zwecks Bildung nach Zürich in eine Blindenanstalt geschickt werden konnten. «Wohlthätige Menschen» waren es denn auch, die die GGS gegründet haben. Sie erkannten, dass die Situation vieler Menschen, bedingt auch durch die Kriegswirren dieser Zeit, schlecht war und dass etwas unternommen werden musste, um ihnen zu helfen. Es war eine Initiative von oben für die Armen unten. Diese Hilfe war aber nicht ganz uneigennützig, denn sie sollte auch den Aufstand der Armen verhindern.

*Dann rekrutierte sich die GGS also eher aus den Gutbetuchten?*
Knoepfli: In der GGS war seit der Gründung immer die Oberschicht vertreten, etwa durch Fabrikanten, Pfarrer und Lehrer. Es gehörte zum guten Ton, dort dabei zu sein.

*Bereits im 19. Jahrhundert begann die GGS mit der Organisation von Ferienlagern für Kinder, was sie heute noch tut. Wie hat sich diese Aktivität im Lauf der Zeit gewandelt?*
Knoepfli: Die Ferienlager bilden die kontinuierlichste Tätigkeit der GGS, ihre Durchführung war jeweils mit viel Herzblut verbunden, wie man den Berichten dazu entnehmen kann. An den Lagern nahmen Unterschichtkinder teil, die auch gesundheitlich davon profitieren sollten. Die Idee zu solchen Lagern ging von einem Pfarrer Bion in Zürich aus, der die ersten durchführte. Diese wurden an vielen Orten und bald auch in Schaffhausen nachgeahmt. Als die Schaffhauser Initianten Geld für ein Ferienheim suchten, wandten sie sich an die GGS. Diese nahm sich der Sache an und betrieb seit 1895 das Ferienheim in Büttenhardt. Später erwarb die GGS für die Lager ein Hotel in Heiden, 1974 erfolgte der Wechsel nach Churwalden. Nachdem die städtischen Stimmbürger dem dortigen Jugendzentrum einen Beitrag verweigert hatten, realisierte es die GGS selber und wandelte das Zentrum später ins Pradotel um. Dieses ist heute das wichtigste Asset der GGS.

*Waren diese Ferienlager der GGS nie gefährdet?*
Knoepfli: In einem gewissen Grade schon, denn nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Feriengewohnheiten, und es war oft schwierig, Leiter zu finden. Doch die GGS meisterte alle Probleme, und die Lager gibt es heute noch.

*Gilt das auch für die anderen Aktivitäten der GGS?*
Knoepfli: Nein, vieles verschwand, da zunehmend der Sozialstaat Aufga- ben übernahm, um die sich früher die GGS gekümmert hatte. Dass es die GGS nach 200 Jahren aber immer noch gibt, ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte.

Interview Erwin Künzi

(*) Adrian Knoepfli: Von «wohlthätigen Menschenfreunden» gegründet. 200 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen, 1810–2010. Schaffhausen 2010.

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29. Mai 2010 | «Erlebnis Geologie»

Schaffhauser Nachrichten, Region
(dj.)

Das in der Disziplin der Geologie vereinigte Wissen prägt unseren Alltag stark. Aus unseren Wasserhähnen fliesst stets sauberes Wasser. Unsere Häuser stehen auf zuverlässigen Fundamenten. Wir wissen zwar nicht genau, wann ein isländischer Vulkan ausbrechen wird, aber wir verstehen die dahinterliegenden Prozesse ziemlich gut. All dies dank dem Fachwissen der Geologen – doch woraus sind die Häuser in Schaffhausen gebaut?
Zwei Klassen der Kantonsschule sind während eines Monats im Geografieunterricht dieser Frage nachgegangen. Die Schüler redeten mit Hausbesitzern, durchsuchten das Stadtarchiv und interviewten Denkmalschützer. Das so gesammelte Wissen haben sie nun auf 19 grossen Plakaten aufbereitet, die dieses Wochenende als Stadtrundgang in der Stadt verteilt sind, von der Stadtmauer beim Schwabentor bis zum Munot. Der Mohrenbrunnen auf dem Fronwagplatz etwa besteht aus Mägenwiler Muschelsandstein aus dem Aargau, der vor 21 Millionen Jahren entstand, als das Meer bis ins Mittelland vorstiess. Das Gestein bildete sich aus Schalen von Muscheln und Schnecken, die sich im Meeresboden einlagerten und dann zusammengepresst wurden. Die auf den Plakaten gebotenen Informationen zur Baugeschichte und zum jeweils verwendeten Gestein überzeugen, die Präsentation ist leider nicht vollständig geglückt. Die Texte sind etwas lang und zu wenig gegliedert. Die Auflösung der Bilder ist relativ zur Plakatgrösse oft etwas knapp. An diesem Wochenende finden neben dem Plakatrundgang unter dem Titel «Erlebnis Geologie» auch verschiedene Führungen statt. Am Samstag um 14 Uhr starten beim Infopavillon am Rheinfall zwei Angebote, ein klimageschichtlicher Spaziergang und eine geologische Velotour. Am Sonntag erklärt der Geologe Iwan Stössel in Schleitheim die Spuren des Gipsabbaus in der Gemeinde.

#Allgemeines

28. Mai 2010 | «Diese Arbeiten haben uns am besten gefallen»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli

Prorektor Thomas Stamm begrüsste gestern Abend in der Aula der Kantonsschule Schaffhausen die 22 Schüler, deren Maturaarbeiten von ihren Betreuern zur Prämierung vorgeschlagen wurden, sowie die zahlreich erschienenen Eltern, Kollegen und Gäste, darunter auch Regierungsrat Christian Amsler. Er berichtete kurz von seinen eigenen Erfahrungen als Verfasser und Betreuer ähnlicher Arbeiten.
Die Preisverleihung eröffnete dann Georg Freivogel von der Buchhandlung Fass, die den Preis für die ausgezeichnete Arbeit im Fachbereich Sprache stiftet. «Es sind nicht die besten Arbeiten, die wir als Jury prämiert haben, sondern jene, die uns am besten gefallen haben», so Freivogel. Einfach habe es sich die Jury nicht gemacht: «Über vier Stunden haben wir in der entscheidenden Sitzung beraten, welche Arbeiten heute prämiert werden sollen.» Den Preis im Fachbereich Sprache erhielt dann Ladina Wunderli für ihre Maturaarbeit über die Planung eines Workshops für den Englischunterricht. Im Fachbereich Naturwissenschaften präsentierte Jakob Walter von der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen zwei Arbeiten. Als Erstes eine Arbeit von Christoph Bohren, der anhand von Videoaufnahmen das Brutverhalten der Mehlschwalben analysierte, sowie die Arbeit von Nicolas Schmid über die umwelttechnischen Aspekte des Holzbaus. Die Preise in diesem Fachbereich wurden von der Firma Cilag finanziert. «Ich komme gleich zur Sache», sagte Peter Scheck vom Historischen Verein und überreichte Katarina Dujmovic den Preis für ihre Arbeit über die Auswirkungen des Jugoslawienkriegs auf die kroatische Stadt Vukovar. Daneben wurde die Arbeit von Sara Wohlwend zur Solarenergie-Nutzung in Deutschland und der Schweiz prämiert. Der von der Bank Wegelin gestiftete Preis in der Kategorie Kunst ging an Anja Leu, die ein Theaterstück mit dem Titel «Irre?» zum Thema Normalität verfasst hat. Für den musikalischen Rahmen sorgte das famose Schülerensemble «Bansemble» unter der Leitung von Andrew Kendrick.


**Maturaarbeiten**
Die nominierten Arbeiten

*Fachbereich Sprachen*
Nora Leutert: «Irrlichtern» – eine Erzählung Valentina Missio: La Sciroccana. Una trasmissione radiofonica in italiano Michaela Tobler, Karin Wäspe: Kinder für Kinder – Ein Theaterprojekt Ladina Wunderli: Creating a Workshop

*Fachbereich Naturwissenschaft und Mathematik*
Christoph Bohren: Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera Anna Ebi: Trüffeln auf dem Südranden Janina Graule: Muttermilch oder Säuglingsnahrung – Was ist das Beste für Mutter und Kind? Elisabeth Güttinger: Ammoniten – Eine stammesgeschichtliche Interpretation der Gattungen Staufenia, Ludwigia und Brasilia Andrin Rohner, Luca Keller: Strömungskanal selbst gebaut. Technische Experimente an Weidlingsmodellen Nicolas Schmid: Mit Holzbau gegen den Klimawandel Deborah Schneider: Neuerhebung von Fledermaus- Gebäudequartieren im Kanton Schaffhausen Bruce Weder: Ernährungstherapie mit chinesischen Kräutern

*Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic: Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen? Ralph Hartmeier: Erfahrungen aus der Jugendorganisation im Handgepäck – Bessere Chancen im Berufsleben Vera Küng, Carola Schabert: Bombardierung der Stadt Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg am Schicksalstag des 1. April 1944 – Entwurf einer Stadtführung Lilith Ritzmann: Sanierungsprojekt «Linth 2000» Bettina Schlatter: Gelähmt! Und dann? Ist Schaffhausen rollstuhlfreundlich? Fabienne Schober: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bei Kindern – Störungsbild, Problemfeld Schule Sara Wohlwend: Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – Ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen

*Fachbereich Kunst und Sport*
Aline Bürgin: Mara – Wenn das Leben aus den Fugen gerät (Musical) Tanja Griadunova: Russland, meine zweite Heimat Anja Leu: Irre? – Ein Theaterstück zum Thema Normalität


**Maturaarbeiten**
Die prämierten Arbeiten

*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
«Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera», so lautet der Titel der ausgezeichneten Arbeit von Christoph Bohren aus Thayngen. Er hat eine Kolonie Mehlschwalben mit der Kamera gefilmt und dabei viel Wissenswertes herausgefunden. Zwei Beispiele: Die Jungvögel vertilgen bis zu 500 Gramm Insekten, bevor sie flügge werden.Wenn Schwalben ihre Jungen füttern, wird das Nest rund 500-mal pro Tag angeflogen.

*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
Nicolas Schmid aus Schaffhausen hat sich mit dem Potenzial des Holzbaus im Kampf gegen die Erderwärmung auseinandergesetzt. In seiner Arbeit «Mit Holzbau gegen den Klimawandel» verglich er einen Schaffhauser Kindergarten in Holzbauweise mit einem fiktiven Gebäude aus konventionellen Materialien. Dabei konnte er in detaillierten Berechnungen zeigen, dass der Holzbau weniger Treibhausgase verursacht als herkömmliche Bauweisen.

*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic aus Schaffhausen hat über die wechselvolle Geschichte der ostkroatischen Stadt Vukovar und die Auswirkungen des Jugoslawienkrieges geschrieben. Ihre Arbeit heisst «Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen?». Weiter hat sie mit sechs serbischen und sechs kroatischen Bewohnern der Stadt Interviews geführt. Die im Titel gestellte Frage konnte sie nicht definitiv beantworten, jedoch macht sie auch Vorschläge, um das Zusammenleben der Volksgruppen zu verbessern.

*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Die ausgezeichnete Arbeit von Sara Wohlwend aus Ramsen heisst «Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen». Der Maturandin ist aufgefallen, dass es in Gottmadingen speziell viele Sonnenenergie-Anlagen gibt. Die Frage, wie die Situation im Vergleich zur Schweiz aussieht, hat sie in ihrer eigenständigen und originellen Arbeit systematisch untersucht und dabei die unterschiedlichen Fördermassnahmen diskutiert.

*Prämiert Fachbereich Kunst*
An der Theaterarbeit von Anja Leu aus Schaffhausen lobte Laudator Thomas Stamm die saubere Ausführung, sowohl in der Inszenierung wie auch in der schriftlichen Präsentation. Die Arbeit hat den Titel «Irre? – ein Theaterstück zum Thema Normalität». Anja Leu betrieb für ihr selbst geschriebenes Stück grossen Aufwand und inszenierte es packend mit Schulkollegen im Theater Central in Neuhausen. In der Klinik des Stücks werden drei Pfleger durch ihren Alltag an den Rand der Normalität getrieben.

*Prämiert Fachbereich Sprachen*
Ladina Wunderli aus Thayngen hat einen Workshop für den Englischunterricht in der 3. Sekundarklasse entwickelt. Ziel der Arbeit mit dem Titel «Creating a Workshop» war es, dass die Schüler Freude am Sprachunterricht haben. Sie entwarf ergänzende Unterrichtsmaterialien rund um eine fiktive Weltreise in englischsprachige Länder. Getestet hat Ladina Wunderli den Workshop in einer 3.-Sek-Klasse in Thayngen. Ihr Workshop kam bei der Klasse wie auch beim Lehrer sehr gut an.

#Allgemeines

27. Mai 2010 | Mundartrock auf der Munotzinne

Schaffhauser Bock
Judith Klingenberg

Auf der Munotzinne ist für grosse und kleine Besucher auch diesen Sommer wieder einiges los – vom Kinderfest über die Munotbälle bis zum Grosskonzert und Kino-Open-Air. Damit an den Veranstaltungen auch das leibliche Wohl der Gäste nicht zu kurz kommt, setzt der Munotverein seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit dem Hombergerhaus. “Eine bewährte Zusammenarbeit”, sagte Präsident Urs Saxer an der Präsentation des Jahresprogramms vor den Medienvertretern. Nun ergibt sich bei der Betriebsführung auf den 1. Juli eine Änderung: Christian Strassgschwandtner ersetzt den Geranten Jürgen Gnotke von der Compass Group. Somit übernimmt Strassgschwandtner gleichzeitig die Bewirtung auf dem Munot. Für den ausgewiesenen Gastrofachmann, der aus Salzburg stammt, seit 23 Jahren in der Schweiz lebt und seit acht Jahren das Restaurant Sudhuus im Herblingermarkt führt, geht damit ein grosser Wunsch in Erfüllung.

**Gastroangebot: Klein und attraktiv**
“Ich hatte früher viel mit Catering zu tun und vermisste diesen Bereich in den letzten Jahren”, sagte Strassgschwandtner. Durch die Übernahme des Hombergerhauses und der Munotgastronomie sei er nun in der glücklichen Lage, wieder einen Catering-Bereich aufzubauen. Das Sudhuus im Herblingermarkt wird derweilen seine Frau Tamara weiterführen. Für das gastronomische Angebot auf dem Munot hat er sich schon einiges überlegt. Wegen der nicht einfachen Infrastruktur und um lange Wartezeiten zu vermeiden, setzt er auf ein kleines, aber attraktives Angebot.

**Konzert als Alternative zur WM**
Attraktiv ist auch das Unterhaltungsangebot auf der Munotzinne, das Saxer und Vorstandsmitglied Thomas Stamm vorstellten. Für das grosse Openair-Konzert konnte der Munotverein den Berner Mundartrocker Florian Ast verpflichten. “Wir setzen damit die mit Plüsch, Züri West und Patent Ochsner begonnene Tradition fort”, sagte Saxer. Als Vorgruppe spielen The Rockets aus Hemmental. Dass der Konzerttermin vom 25. Juni mit dem Match Schweiz-Honduras zusammenfällt, bezeichnete er als unglücklichen Zufall. Für Nicht-WM-Fans dürfte das Konzert aber eine willkommene Alternative darstellen, zeigte er sich überzeugt.

**Kino-Open-Air mit sechs Filmen**
Als zweites Highlight geht dann vom 9. bis zum 14. August das Kino-Open-Air über die Bühne. Die 14. Ausgabe startet mit dem Film “21”, der vor allem ein junges Publikum ansprechen dürfte. Weiter gehts mit dem Musikfilm “Crazy Heart” mit Jeff Bridges in der Hauptrolle, dem Schweizer Film “Giulias Verschwinden ” mit Bruno Ganz, “Invictus”, Clint Eastwoods Film über den eben zum Präsidenten Südafrikas gewählten Nelson Mandela, die Neuverfilmung “Sherlock Holmes” und “The Blind Side” mit Sandra Bullock in der Hauptrolle. Erstmals wird das Kino-Open-Air nicht mehr von Peter Pfeiffer organisiert, da dieser nach 13 Jahren aus dem Vorstand zurückgetreten ist. Als neue Vorstandsmitglieder konnte der Munotverein Daniel Schmid, Thomas Spichtig und Michael Fuchs gewinnen. Saxer: “Mit ihnen verfügen wir über einen breit abgestützten Vorstand.”

**Munotbälle und Kinderfest**
Die Open-Air-Saison auf dem Munot startet am 13. Juni mit einem ökumenischen Gottesdienst. Anschliessend können sich Interessierte jeweils am Dienstag dreimal in die Munot-Quadrille einführen lassen. Ab dem 3. Juli finden dann insgesamt acht mal die traditionellen Munot-Bälle statt und am 25. August das Munot-Kinderfest, an dem die Neuhauser Erstklässler wegen des Gemeinde-Jubiläums gratis teilnehmen dürfen.

#Allgemeines

27. Mai 2010 | Gastkolumne – Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen

Schaffhauser Bock
Christoph Waldvogel

Die Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS) feiert dieses Jahr ihren 200. Geburtstag. Ein stattliches Alter für eine Institution, die seit jeher auf die Unterstützung freiwillig und uneigennützig tätiger Menschen zählen darf. Freiwilligenarbeit? Kürzlich wurde ich gefragt, ob es denn solche Organisationen wie die GGS heute überhaupt noch brauche. Meine Antwort: Stellen Sie sich einmal vor, alle freiwillig tätigen Menschen würden einen Monat lang in den Streik treten. Es würde sehr schnell sichtbar, wo überall durch Freiwilligenarbeit Lücken ausgefüllt werden, und wo meist unspektakuläre Arbeit geleistet wird. Der Uno-Tag der Freiwilligenarbeit im Dezember zeigte auf, dass auch in diesem Gremium der Stellenwert erkannt wird. Es ist mehr denn je notwendig, dass wir über den Wert der Gemeinnützigkeit nachdenken, dass der Sinn für die soziale Verantwortung in unserer Gesellschaft gestärkt wird, und dass jenen, die nicht nur darüber nachdenken, sondern auch handeln – nämlich den vielen Freiwilligen – für ihren wertvollen Einsatz Dank und Anerkennung ausgesprochen wird. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der GGS ist nach wie vor gross. Die Arbeit der IDEM-Mitarbeitenden in den Spitälern Schaffhausen wird hoch geschätzt, unsere Angebote an sinnvollen und kreativen Ferienwochen für Kinder werden rege genutzt. In unserem “Pradotel” in Churwalden, das von einer einfachen Gruppenunterkunft zu einem zeitgemässen, familienfreundlichen Betrieb entwickelt wurde, können wir in attraktiver Umgebung vielen Ansprüchen mit beschränkten Budgets gerecht werden. Ich danke nicht nur den freiwillig Mitarbeitenden der GGS, sondern allen Menschen, die einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten.

#Allgemeines

27. Mai 2010 | Ohne Raucher weniger Umsatz

Schaffhauser Bock
Judith Klingenberg

“Es ist ungerecht”, ärgern sich Renate und Gebhard Caviezel, die das Restaurant Stauffacher in Buchthalen führen. Im beliebten Quartierrestaurant machen sich die Gäste rar, seit sie im Lokal nicht mehr rauchen dürfen. “Bei uns verkehren fast ausschliesslich Raucher, obwohl zuvor rund ein Drittel der Fläche für Nichtraucher reserviert war”, erklärt das Wirtepaar. Ebenso wie damals würden sich aber auch heute kaum nichtrauchende Gäste blicken lassen. Und die Stammgäste halten sich nur noch kurz im Lokal auf. “Nach dem Mittagessen zahlen und gehen sie, statt wie früher noch gemütlich Kaffee zu trinken”, sagt Renate Caviezel. Auch abends an der Bar sei nicht mehr viel los, “viele trinken ihr Bier jetzt zu Hause oder weichen aus in Restaurants ohne Rauchverbot, von denen es rundherum etliche gibt.” Dass der Gästeschwund auf den Umsatz drückt, liegt auf der Hand. Das Ausmass will das Wirtepaar zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffern, sondern erst die weitere Entwicklung abwarten. Aber dass mit der jetzigen Lösung die einen von den andern profitieren, halten sie für höchst ungerecht. “Wenn schon ein Rauchverbot, dann müsste es für alle gelten, dann gäbe es auch kein Ausweichen auf andere Restaurants.”

**Rund ein Drittel weniger Umsatz**
Ähnliche Erfahrungen macht Werner Halwachs, Geschäftsführer des Agip-Tankestellenshops in Neuhausen am Rheinfall. Er verkauft am Morgen weniger Kaffee, registriert kürzere Aufenthalte bei den zu Mittag essenden Gästen und deutlich gelichtete gesellige Runden am Abend. “Viele frühere Gäste lassen sich gar nicht mehr blicken”, sagt er. Dies spürt er auch in der Kasse. Auf rund ein Drittel schätzt er den Umsatzeinbruch. Dennoch will er deswegen nicht in Panik ausbrechen. “Erst einmal abwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt, vielleicht pendelt sich das Ganze wieder ein”, hofft er.

**Zahl der Raucherlokale steigt stetig**
Max Reiner, Präsident von Gastro Schaffhausen, weiss um die Nöte der unfreiwillig vom Rauchverbot betroffenen Wirte. “Quartierbeizen und Tankstellenshops leiden am meisten”, sagt er. “Die rauchenden Gäste weichen auf benachbarte Raucherlokale aus oder bleiben auf der Baustelle. ” Es erstaunt denn auch nicht, dass die Zahl der Raucherrestaurants laufend ansteigt. Inzwischen haben rund hundert Lokale im Kanton eine Bewilligung, wie Beat Hartmann, Chef der Gewerbepolizei, auf Anfrage erklärt. Insgesamt wurden bisher rund 75 Bewilligungen für Raucherlokale und über 20 für Raucherräume ausgestellt. Hartmann: “Es kommen täglich ein bis zwei neue dazu.”

**Bisher keine Verstösse**
Aus behördlicher Sicht ist die Einführung des Rauchverbots problemlos verlaufen.”Es wurden bisher keine Verstösse festgestellt”, sagt Hartmann. Einzig mit der Beschilderung der Raucherlokale, wozu die Wirte verpflichtet sind, habe es nicht auf Anhieb überall geklappt. “Manche Wirte sind der Ansicht, die Gemeinde werde ihnen das erforderliche Schild zustellen”, so Hartmann. Die Gewerbepolizei werde nun mit einem Rundschreiben nochmals darauf hinweisen, dass jeder Wirt selber ein Schild besorgen und anbringen muss. Wie dieses Schild aussehe, sei egal, gesetzlich vorgeschrieben sei nur die deutliche Kennzeichnung des Raucherlokals.

**Beschilderung weckt Kreativität**
Gastro Schaffhausen hat eigens Plexiglastafeln anfertigen lassen, die für 130 Franken bezogen werden können. “Unser Wunsch ist ein einheitliches Bild”, sagt Präsident Reiner. Allerdings lässt die Nachfrage stark zu wünschen übrig. Gerade mal zehn Stück wurden bisher abgesetzt. Die Mehrzahl der Wirte hat die Beschilderung in Eigenregie vorgenommen. Das Resultat: Vom blossen Handgekritzel bis zur Zier mit Kunst- und Comicfiguren reichen die Hinweise auf den Schildern der Raucherrestaurants. Um die Auswirkungen des Rauchverbots zu analysieren, will Gastro Schaffhausen nun eine längerfristige Umfrage starten.

#Allgemeines

22. Mai 2010 | Auf Tuchfühlung mit der Wirtschaft

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

Paradies Sitzt die Krawatte richtig? Wohin mit den Händen, während man vor einer Versammlung spricht? Auch zu solchen Fragen erhalten die Teilnehmer der Wirtschaftswoche beiläufig einige Tipps. Im Zentrum der Wirtschaftswoche standen aber unternehmerische Entscheide und ihre Auswirkungen – nicht nur auf das Unternehmen selber, sondern auch auf Umwelt und Gesellschaft.

**Simulation im Zeitraffer**
Ermöglicht wird das durch das computergestützte Planspiel Wiwag, welches von den Teilnehmern bestimmte Entscheidungen verlangt und dann deren Auswirkungen berechnet. Simuliert werden fünf Geschäftsjahre, wobei ein Geschäftsjahr jeweils einen Tag lang dauert. Für Konkurrenz ist natürlich auch gesorgt – jeweils drei bis vier Firmen des Planspiels stellen dasselbe Produkt her und müssen ihre Entscheidungen möglichst so treffen, dass sie der Konkurrenz zumindest eine Nasenlänge voraus sind. Zu den Produkten gehören beispielsweise Rollschuhe und Velohelme. Eine wichtige Rolle spielen natürlich die Finanzen. Wie viel Lohn erhalten die Mitarbeiter? Wie hoch soll die Dividende für die Aktionäre ausfallen? Auch Personalentscheide müssen gefällt werden. Wer wird gefeuert, wer neu eingestellt? Oder wie viel Geld fliesst in Forschung und Entwicklung?

**«An die Wirtschaft heranführen»**
Unterstützt werden die Teilnehmer von Fachlehrern aus der ganzen Schweiz, die hauptberuflich nicht als Lehrer tätig sind, sondern in verschiedenen Bereichen arbeiten. «Die Wirtschaftswoche soll die jungen Menschen an die Mechanismen der Wirtschaft heranführen. Wichtig ist auch, dass bei dieser Gelegenheit Lernende und Kantonsschüler zusammengebracht werden», so Regierungsrat Christian Amsler, der gestern bei den Schlusspräsentationen zu Besuch war. Für die Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Schaffhausen (IVS), die die Wirtschaftswoche mit jährlich 35 000 Franken unterstützt, ist es auch eine Gelegenheit, die Teilnehmer auf die zahlreichen verschiedenen Berufe in den regional ansässigen Betrieben aufmerksam zu machen, so Madeleine Hartmann, Leiterin der IVS-Geschäftsstelle. Ein Firmenbesuch steht ebenso auf dem Programm wie eine Diskussion unter Sozialpartnern. Auch wenn diese erste Tuchfühlung mit der Wirtschaft nur ein Planspiel war, gab es den einen oder anderen Moment, in dem die CEO und Personalverantwortlichen der Planspielfirmen ins Schwitzen geraten sind. Etwa dann, wenn am Schluss der Präsentation nicht vorhersehbare Fragen aus dem Publikum gekommen sind – durchaus eine realistische Situation.


**Wiwag Schulungs- konzept und Unternehmenssimulation**

Wiwag ist ein betriebswirtschaftliches Schulungskonzept auf der Grundlage einer computergestützten Unternehmenssimulation. Betriebswirtschaftliche Grundlagenkenntnisse werden am Beispiel der Führung eines mittelgrossen Produktionsunternehmens vermittelt und erlebbar gemacht. Nach einer Einführungs- und Einarbeitungsphase finden die Planspielrunden statt. Am Schluss steht die Generalversammlung der Aktionäre, an der die Ergebnisse der Simulation präsentiert werden. (ple)