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Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren

Text

  1. Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren? Sind wir nicht gar schnell emporgedieh’n? Malz und Hopfen sei’n an uns verloren, haben unsre Alten oft geschrie’n. [: Säh’n sie uns doch hier vidiralla! bei dem lieben Bier, vidiralla! das uns Amt und Würden hat verlieh’n.
  2. Ganz Europa wundert sich nicht wenig, welch ein neues Reich entstanden ist. Wer am meisten trinken kann, ist König, Bischof, wer die meisten Mädchen küsst. Wer da kneipt recht brav, heisst bei uns Herr Graf; wer da randaliert wird Polizist.
  3. Unser Arzt studiert den Katzenjammer; Trinkgesänge schreibt der Hofpoet; der Hofmundschenk inspiziert die Kammer, wo am schwarzen Brett die Rechnung steht; und der Herr Finanz liquidiert mit Glanz, wenn man contra usum sich vergeht.
  4. Um den Gerstensaft, ihr edlen Seelen, dreht sich unser ganzer Staat herum, Brüder, zieht, verdoppelt eure Kehlen, bis die Wände kreisen um und um. Bringet Fass auf Fass! aus dem Fass ins Glas! aus dem Glas ins Refectorium!
  5. Im Olymp bei festlichen Gelagen, Brüder, sind wir uns einander nah; wenn dann Hebe kommt, um uns zu fragen: «Wünschen Sie vielleicht Ambrosia?» Wie kommst du mir für? bring mir Falken-Bier! ewig Falken-Bier, halleluja!

A. Wollheim, 1833

Generationencantus

Dieser Cantus ist der Generationencantus der folgenden Generationen: