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Siebenbürgisches Jägerlied

Text

  1. Ich schiess den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Wald das Reh, den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See; kein Ort, der Schutz gewähren kann, wo meine Büchse zielt, [: und dennoch hab ich harter Mann die Liebe auch gefühlt. :]
  2. Kampiere oft zur Winterszeit in Sturm- und Wetternacht, hab überreift und überschneit den Stein zum Bett gemacht; auf Dornen schlief ich wie auf Flaum, vom Nordwind unberührt, und dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt.
  3. Der wilde Falk ist mein Gesell, der Wolf mein Kampfgespan; der Tag geht mir mit Hundsgebell, die Nacht mit Hussa an. Ein Tannreis schmückt statt Blumenzier den schweissbedeckten Hut, und dennoch schlug die Liebe mir ins wilde Jägerblut.
  4. Ich sah den Freund dahingestreckt vom wilden Eberszahn, ich hab ihn mit ins Grab gelegt und keine Träne rann. Und wieder ging’s mit Hussassa den steilen Berg hinab. Und dennoch weint ich harter Mann an meiner Liebsten Grab.
  5. Und wenn ich einst gestorben bin, so legt mich in den Schrein; ein flotter Bursch bin ich gewest, will nun begraben sein. Legt mir aufs Haupt das Cerevis, den Schläger in die Hand, und schlägt mir um die kalte Brust das blau-weiss-blaue Band!

Strophen 1-4 nach F. v. Schober, 1826

Melodie

Siebenbürgisches Jägerlied (mp3)