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Phyllis und die Mutter

Text

  1. Ihren Schäfer zu erwarten, schlich sich Phyllis in den Garten! In dem dunklen Myrtenhain schlief das lose Mädchen ein.
  2. Ihre Mutter kam ganz leise nach der alten Mütter Weise nachgeschlichen, o wie fein! fand das Mädchen ganz allein.
  3. Ihrem Schlummer halb entrissen von den zarten Mutterküssen ruft die Kleine: «O Damöt, warum kommst du heut so spöt?»
  4. «Ei, so hast du mich belogen! Deine Unschuld ist betrogen! Ihm zum Schmerz und dir zur Pein sperr ich dich ins Kloster ein!»
  5. «Kloster ist nicht mein Verlangen, du bist selbst nicht neingegangen, und wenn’s allen so sollt gehn, möcht ich mal die Klöster sehn!»

Um 1771