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Drei Klänge

Text

  1. Es sassen beim schäumenden, funkelnden Wein drei fröhliche Bursche und sangen, es schallte und brauste das Jubellied, [: und lustig die Becher erklangen! :]
  2. Der erst, ein Jüngling mit dunkelem Haar, hub hoch in der Rechten den Becher: «Dem Vater Rhein, der den Wein uns erzog, ein donnerndes Vivat, ihr Zecher!»
  3. «Es lebe der Rhein! Es lebe der Rhein!» so schallt es hinaus in die Weite, da griff in der Laute Saiten und sprach mit blitzendem Aug’ der zweite:
  4. «Es lebe die liebe Frau Musika, die haltet in Ehren, ihr Brüder! Es lebe Musik, es lebe Ge-sang!» Laut klingen die Gläser wieder.
  5. Und wie der festliche Ruf ertönt hoch zu des Gesanges Preise, da schwingt schon der dritte den Becher empor und spricht zu der Freunde Kreise:
  6. «Was soll uns der Wein, was soll uns Gesang, wenn die Liebe nicht innig im Bunde? Ihr Brüder, der Liebe ein donnerndes Hoch, ein Hoch aus des Herzens Grunde!»
  7. «Es lebe die Liebe, die Freundschaft hoch!» So schallt es von Munde zu Munde; sie reichen die Hand sich und herzlichen Kuss, und leeren das Glas bis zum Grunde!

Robert Keil, 1848