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Altes Studentenlied

Text

  1. Ich lobe mir das Burschenleben, ein jeder lobt sich seinen Stand. Der Freiheit hab ich mich ergeben, sie bleibt mein letztes Unterpfand! Studenten sind fidele Knochen, [: kein Teufel hat sie je zerbrochen! :]
  2. Die Hirschen, Hasen und Studenten erleiden gleiches Ungemach, denn jenen jagen Jäger, Hunde, und diesen die Philister nach! Studenten sind fidele Knochen, kein Teufel hat sie je zerbrochen!
  3. Ach, wenn die lieben Eltern wüssten der Herren Söhne grosse Not, wie sie so flott verkeilen müssen, sie weinten sich die Äuglein rot. Indessen tun die Herren Söhne sich dann und wann gar trefflich bene.
  4. Und hat der Bursch nun ausstudieret, so reiset er in patriam mit seinem Hefte ausstaffieret, und heisst ein grundgelehrter Mann. Studenten sind fidele Knochen, kein Teufel hat sie je zerbrochen.
  5. Und fällt der Bursche durchs Examen, so schert er sich den Teufel drum; er reiset doch in Gottes Namen keck in der ganzen Welt herum. Studenten sind fidele Knochen, kein Teufel hat sie je zerbrochen.
  6. Soll ich für Ehr und Freiheit fechten, fürs Burschenwohl den Schläger ziehn, gleich blinkt der Stahl in meiner Rechten, ein Freund wird mir zur Seite stehn. Dann trinkt man nach gehabtem Spasse, ein volles Glas vom frischen Fasse!
  7. Sing, bet und geh auf rechten Wegen, verricht das Deine nur getreu; kommt dir ein schönes Kind entgegen, lass es nicht ungeküsst vorbei! Studenten sind fidele Knochen, kein Teufel hat sie je zerbrochen!

18. Jahrh.