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Ein Wissenschaftler, der nicht nur im Hirn Muckis hat

Donnerstag, 9. November 2017

Kopf der Woche
Silvio Lorenzetti, Leiter des Ressorts Leistungssport an der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen

Schaffhauser Nachrichten
Dario Muffler

Silvio Lorenzetti forscht daran, wie Schweizer Sportler erfolgreicher werden können. Im Sportmekka Magglingen nimmt er bald eine leitende Position ein.

Von der Statur her ist Silvio Lorenzetti eindeutig kein Marathonläufer. An den breiten Schultern sieht man, dass er Kraftsportler ist. Der akademische Weg bis zur Habilitation lässt sich aber eher mit ­einem Marathon denn mit dem Hochreissen einer Hantel vergleichen. Ausdauer hat er also ebenfalls: Seine Habilitation verfasste er auf dem Gebiet des Krafttrainings. Vor Kurzem hielt der Staaner an der ETH Zürich seine Antrittsvorlesung als Privatdozent. Das Thema kommt nicht von ungefähr: Sein Einstieg in das Gebiet der Biomechanik, der Wissenschaft, die sich mit Bewegungsabläufen und Funktionen des Bewegungsapparats ­befasst, kam über seine eigenen Erfahrungen aus dem Kraftsportbereich. Im Powerlifting, einem Dreikampf der Schwerathletik, gewann er sogar einmal den Schweizer-Meister-Titel. «Das Training war für mich immer schon ein Ausgleich zur Schreibtischarbeit», sagt der 43-Jährige, der vor allem wegen seines zweiten grossen Hobbys, der Jagd, bekannt ist. Nun aber befasst er sich neben seinem regelmässigen Training im Fitnesscenter vor allem theoretisch mit Krafttraining. «Es sind relativ einfache Bewegungen, die gut ­geeignet sind, um sie mit dem Computer zu modellieren», sagt er.
Silvio Lorenzetti hält keine ausschweifenden Monologe, eher antwortet er kurz und präzis. Doch er sei einer, der auch mal fünf gerade sein lasse. Wichtig ist ihm auch der Bezug zu Menschen. Das war der Grund, weshalb er sich von seinen akademischen Wurzeln in der Astrophysik löste. «Dort hat mir dieser ­Bezug gefehlt», erklärt er. «In der Biomechanik geht es am Ende des Tages um den Menschen.»
Künftig werden die Menschen, genauer gesagt die Sportler, mit denen er zu tun haben wird, vor allem Leistungssportler sein. Als Leiter des Ressorts Leistungssport an der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen wird ihm die Koordination der verschiedenen Unterdisziplinen der Sportwissenschaft unterliegen.
Die Zusammenarbeit mit Spitzensportlern ist kein Neuland für ihn. Bereits an der ETH arbeitete er etwa mit Swiss-Ski, dem nationalen Skiverband. «Das Ziel war, den Start von Ski-Crossern zu analysieren, um ihn zu ver- bessern», erzählt er. Auch im Schwimm- und im Laufsport engagierte er sich schon. Apropos laufen: Wohin sein Marathon führe in den nächsten zehn Jahren? «Ich weiss es nicht, weil ich mich auf das Hier und Jetzt fokussiere», sagt Silvio Lorenzetti. An Visionen mangelt es ihm dennoch nicht.

Zur Person

Alter
43

Zivilstand
verheiratet, eine Tochter

Wohnort
Stein am Rhein

Hobbys
Jagd, Krafttraining

Aktuelle Lektüre
­­Commissaire-Maigret-Bücher von Georges Simenon




In seiner Zeit an der Kantonsschule Schaffhausen verbrachte Silvio Lorenzetti viel Zeit im Restaurant Falken.Bild Dario Muffler

Autor: Schaffhauser Nachrichten

Kategorie: Notizen zu Namen

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