Schrift: | klein | gross | invertiert



Mitteilungen

Eine Tour d’Horizon mit viel Esprit

Dienstag, 13. Juni 2017

Gut 130 Interessierte kamen zur Lesung von Felix Graf in den Windler-Saal. Der Steiner stellte sein neues Buch «Schnur und Zeichen» vor.

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

Der Autor stand an der Tür und begrüsste viele alte Bekannte. Alle wollten zur Lesung an diesem strahlenden Sonntagvormittag, und so schleppten Elisabeth Schraut, Kulturverantwortliche der Windler-Stiftung, und ihre Assistentin Verena Nussbauer die noch verfügbaren Stühle herbei.
«Felix Graf den Steinern vorzustellen, hiesse Eulen nach Athen tragen», sagte Schraut in ihren einführenden Worten. Der Sohn von alt Stadtpräsident und Ständerat Koni Graf ist erst vor Kurzem wieder nach Stein am Rhein gezogen. In seinen Texten ist der Ort mit viel Geschichte und Geschichten jedoch stets präsent.
Mit der Vorstellung seines dritten, wieder in Tagebuchform geschriebenen – aber weit über ein Tagebuch hinausreichenden – Büchleins machte sich der Autor selbst ein Geschenk, denn er konnte am Sonntag just an seinem 62. Geburtstag lesen. Und so waren denn auch Familienmitglieder, Freunde und Bekannte da – und Verleger Georg Freivogel, in dessen Edition «vogelfrei» das Büchlein erschienen war. Sie genossen den unterhaltsamen Vormittag mit dem «Vielbelesenen, Vielwisser, Humanisten, Chronisten, Sprachbegeisterten und Weinliebhaber», wie Schraut Felix Graf bezeichnete.
Der Autor las dann nicht nur aus seinem Werk, sondern lieferte – wie es wohl die meisten erwartet hatten – begleitende Anekdoten und Anmerkungen, garniert mit viel Esprit und Begeisterung. Er schmückte die Geschichten im Buch aus und sorgte mit Bonmots für Erheiterung. «Man fährt in der Regel nicht schlecht mit Autoritäten, wenn man sie einfach verkleinert», meinte er über eine entsprechenden Passage im Büchlein, das von Steiner Originalen ebenso erzählt, wie es aus der Familiengeschichte plaudert.
Aber «Schnur und Zeichen» geht weit über das Persönliche hinaus, wenn Graf über philosophische Grundfragen reflektiert oder detailkundige Reiseberichte von den Rändern Europas liefert, versetzt mit kunsthistorischen Streiflichtern. Eine erhellende Tour d’Horizon, die Geist und Gemüt anregt. Natürlich fehlte der Apéro mit regionalem Wein nicht, und kaum jemand verliess den Saal, ohne sich mit Graf zu unterhalten oder das Werk am Büchertisch zu erwerben.




Autor Felix Graf (l.) signiert sein Buch «Schnur und Zeichen» für Dichter Bruno Epple von der Höri.
Bild Edith Fritschi

Autor: Schaffhauser Nachrichten

Kategorie: Notizen zu Namen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Um diesen Beitrag zu kommentieren, müssen Sie sich zuerst mit Ihrem Benutzernamen anmelden.


Druckansicht

Diesen Beitrag drucken